Minister Bolat stellt Außenhandelszahlen für Juli mit Exportrekord vor

05.08.2026 – 7:00 Uhr

Nach Angaben des türkischen Handelsministeriums wurde im Juli der höchste Exportwert erzielt, der jemals in einem Juli verzeichnet wurde. Bei der Vorstellung der aktuellen Außenhandelszahlen in Istanbul erklärte Handelsminister Ömer Bolat, die Warenausfuhren seien im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent auf 25,6 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dies sei zugleich der zweithöchste monatliche Exportwert in der Geschichte des Landes.

Auch auf Jahresbasis wurden nach Regierungsangaben neue Höchststände erreicht. Der auf zwölf Monate hochgerechnete Warenexport belief sich demnach auf 278,6 Milliarden US-Dollar. Einschließlich der Dienstleistungsexporte erreichte das jährliche Exportvolumen Schätzungen zufolge rund 401,1 Milliarden US-Dollar. Das Handelsministerium sprach deshalb von insgesamt drei Rekordwerten im Juli.

Die Importe legten im selben Zeitraum um 5,2 Prozent auf knapp 33 Milliarden US-Dollar zu. Dadurch weitete sich das Außenhandelsdefizit im Juli auf 7,3 Milliarden US-Dollar aus. Für den Zeitraum von Januar bis Juli summierten sich die Exporte auf 161,6 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Einfuhren stiegen in den ersten sieben Monaten des Jahres um 4,7 Prozent auf 222,1 Milliarden US-Dollar. Das Außenhandelsdefizit erhöhte sich in diesem Zeitraum auf 60,5 Milliarden US-Dollar.

Bolat wies zugleich auf das schwierige internationale Umfeld hin. Geopolitische Konflikte, steigende Energiepreise, höhere Transport- und Versicherungskosten sowie Unsicherheiten auf wichtigen Handelsrouten belasten weiterhin den Welthandel. Trotz dieser Entwicklungen sieht die Regierung die Außenhandelsbilanz insgesamt als stabil an.

Laut Regierungsangaben verzeichnete die Türkei vor allem in Nordamerika Zuwächse bei den Exportmärkten. Auch die Ausfuhren in die Europäische Union entwickelten sich weiter positiv. Rückgänge wurden hingegen insbesondere bei den Lieferungen in die Golfregion verzeichnet, was das Ministerium auf die anhaltenden Spannungen und Konflikte in der Region zurückführt.

Zu den wachstumsstärksten Exportbranchen gehörten in den ersten sieben Monaten des Jahres elektrische Maschinen und Geräte, der Schiffbau, Obst, die Rüstungsindustrie sowie die Kunststoffindustrie. Rückgänge gab es unter anderem bei Gold- und Silberprodukten, anorganischen Chemikalien sowie Mineralbrennstoffen.

Auf der Importseite stiegen vor allem die Einfuhren von Mineralbrennstoffen, elektrischen Maschinen, Kupfer, Maschinen und pharmazeutischen Erzeugnissen. Gleichzeitig gingen die Importe von Kraftfahrzeugen sowie von Gold, Silber und Schmuck deutlich zurück.

Der Minister verwies außerdem auf eine positive Entwicklung wichtiger Konjunkturindikatoren. So sei die Arbeitslosenquote zuletzt auf 7,6 Prozent gesunken und habe damit den niedrigsten Stand seit 2005 erreicht. Zudem habe sich die Inflation im Juli trotz gestiegener Energiepreise schwächer entwickelt als erwartet.

Für die kommenden Monate zeigte sich Bolat optimistisch. Er rechnet mit einer weiteren Belebung der Exporttätigkeit im zweiten Halbjahr und verwies auf steigende Auftragseingänge. Gleichzeitig kündigte er an, dass staatliche Unterstützungsmaßnahmen für Exporteure, darunter die Verlängerung der Devisenumwandlungsförderung und weitere Finanzierungsprogramme, fortgeführt werden sollen.