Die türkische Rüstungs- und Luftfahrtindustrie verzeichnet zu Beginn des Jahres 2026 einen unerwarteten Boom. Wie aus aktuellen Daten des türkischen Exporteursverbands TİM hervorgeht, stiegen die Ausfuhren in den ersten beiden Monaten des Jahres massiv an. Branchenvertreter führen dies auf eine konsequente Technologieoffensive zurück.
Im Februar exportierten Unternehmen der Branche Waren im Wert von 553,4 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 27,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders deutlich wird der Aufwärtstrend bei einer Betrachtung des Gesamtzeitraums: Von Januar bis Februar kumulierten sich die Exporte auf 1,11 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 35,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.
Haluk Görgün, Leiter der türkischen Präsidentschaft für Verteidigungsindustrie (SSB), wertete die Zahlen als Beleg für die Schlagkraft der heimischen Industrie. Die starke Performance sei das Ergebnis eines Portfolios mit Produkten mit hoher Wertschöpfung und Technologieorientierung, schrieb Görgün auf der Plattform NSosyal. Die Systeme hätten sich im Feldeinsatz bewährt und eine nachhaltige Exportstrategie trage Früchte.
Mit einem Exportvolumen von 553,4 Millionen US-Dollar im Februar sicherte sich der Sektor einen Anteil von 2,6 Prozent an den gesamten türkischen Ausfuhren. Betrachtet man die vergangenen zwölf Monate bis Februar 2026, summieren sich die Erlöse auf 10,29 Milliarden US-Dollar. Damit ist die Rüstungs- und Luftfahrtindustrie inzwischen für 3,8 Prozent der gesamten Exporteinnahmen des Landes verantwortlich.
Dieser Höhenflug bestätigt einen anhaltenden Trend: Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte die Branche mit einem Rekordwert von 10,02 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, was einem Plus von 49 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
In puncto Wachstumsdynamik war die Sparte im Februar die am schnellsten wachsende Industrie der Türkei.
Trotz dieses rasanten Wachstums bleibt der Sektor in der Gesamtbetrachtung hinter den traditionellen Zugpferden der türkischen Wirtschaft zurück. Mit Abstand führend ist weiterhin die Automobilindustrie, die im Februar Ausfuhren in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar erzielte (ein Plus von 19,1 Prozent). Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Chemiebranche mit 2,3 Milliarden US-Dollar und die Elektro- und Elektronikindustrie mit 1,4 Milliarden US-Dollar.