Die türkische Automobilindustrie erlebt zu Beginn des Jahres 2026 einen neuen Aufschwung. Die lang erwartete Ansiedlung des ersten vollständig neu errichteten Autowerks lässt zwar weiterhin auf sich warten, doch etablierte Hersteller treiben mit neuen Modellen und Milliardeninvestitionen ihre Produktionspläne voran.
Den Anfang machte Oyak Renault. Nach einer Investition von über 400 Millionen Euro läuft in Bursa bereits die Produktion des neuen Clio. Doch das Unternehmen plant bereits die nächsten Schritte. Noch in diesem Sommer soll mit dem Boreal ein neues SUV-Modell in die türkischen Schauräume kommen. Insgesamt sind vier neue Modelle geplant. Eine Premiere wird es zudem im Werk Bursa geben. Dort soll mit dem Striker, einem Crossover-Kombi mit Hybridantrieb, erstmals auch ein Fahrzeug der Marke Dacia vom Band laufen. Der Produktionsstart ist für das Jahresende vorgesehen.
Parallel dazu bereitet sich der Hersteller Tofaş auf die Ablösung des langjährigen Erfolgsmodells Egea vor und intensiviert gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit Stellantis. In seinem Werk in Bursa fertigt Tofaş bereits die Transporter-Modelle Scudo, Vivaro, Jumpy und Expert. Zudem kehrt der Fiat Doblo in die Türkei zurück. Die Produktion der neuen Doblo-Generation sowie der baugleichen Schwestermodelle von Citroën, Peugeot und Opel ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Ab 2027 soll in Bursa zudem der RAM ProMaster City für den nordamerikanischen Markt produziert werden – eine Rückkehr in die USA mit einer geplanten Stückzahl von 230.000 Einheiten.
Auch bei Hyundai in İzmit stehen Neuheiten an. Der Hersteller bereitet die Markteinführung des vollelektrischen IONIQ 3 vor. Die Weltpremiere des Modells ist für den kommenden Monat geplant, Ende April soll eine öffentliche Präsentation erfolgen.
Weitere Akteure drängen in den Markt: So hat der Nutzfahrzeughersteller Karsan die Entwicklung eines neuen Commercial Vehicle angekündigt, ohne bislang jedoch technische Details zu nennen. Einen anderen Weg geht die Engineering- und Fertigungsfirma Karel Kalıp. Mit „Karea” hat das Unternehmen eine neue Marke im Bereich der elektrischen Mikromobilität präsentiert. Das erste Modell „Fit“ nutzt zugekaufte Motor- und Batterietechnik aus China und ist vor allem für den Export bestimmt.