In der Türkei verändert sich der Wohnungsmarkt spürbar: Immer mehr Einpersonenhaushalte und steigende Lebenshaltungskosten führen dazu, dass die durchschnittliche Wohnfläche kontinuierlich sinkt.
Laut Daten des türkischen Statistikamts Turkish Statistical Institute (TÜİK) ist die durchschnittliche Haushaltsgröße von vier Personen im Jahr 2008 auf 3,08 Personen im Jahr 2025 gesunken. Gleichzeitig stieg der Anteil der Einpersonenhaushalte deutlich – von 13,9 Prozent im Jahr 2014 auf 20,5 Prozent im Jahr 2025.
Diese demografische Entwicklung wirkt sich direkt auf den Immobilienmarkt aus. Eine Studie der Immobilienbewertungsfirma İstanbul Gayrimenkul Değerleme zeigt, dass die durchschnittliche Wohnfläche von 122,2 Quadratmetern im Jahr 2010 auf 101,9 Quadratmeter im Jahr 2025 gesunken ist. Bei reinen Wohnungen ohne Einfamilienhäuser fiel der Rückgang noch deutlicher aus – von 121 auf 97 Quadratmeter.
Auch bei Einfamilienhäusern zeigt sich ein verändertes Bild: Während die durchschnittliche Größe bis 2023 auf 216,4 Quadratmeter anstieg, ist sie in den vergangenen zwei Jahren wieder gesunken. 2025 lag sie bei 183,1 Quadratmetern.
Ein Blick auf die großen Städte zeigt regionale Unterschiede. Die größten Wohnflächen gibt es in Ankara mit durchschnittlich 116 Quadratmetern. Danach folgen Istanbul mit 92,8 Quadratmetern und Izmir mit 82,2 Quadratmetern.
Experten sehen hinter dieser Entwicklung eine Kombination aus urbaner Verdichtung, steigenden Immobilienpreisen und einem gesellschaftlichen Wandel hin zu kleineren Haushaltsstrukturen.