Die Türkei und Griechenland treiben ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter voran. Im Mittelpunkt der Gespräche steht das Ziel, das bilaterale Handelsvolumen mittelfristig auf zehn Milliarden US-Dollar zu steigern. Dabei setzen beide Seiten auf eine sogenannte „positive Agenda“, die neben der Wirtschaft auch Bereiche wie Gesundheit, Umwelt, Kultur und Tourismus umfasst.
Den politischen Rahmen für diese Annäherung bilden regelmäßige hochrangige Treffen. Ende 2023 reiste der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan nach Griechenland, wo der Hochrangige Kooperationsrat beider Länder erstmals seit sieben Jahren zusammenkam. Bei diesem Treffen vereinbarten Ankara und Athen, den wirtschaftlichen Austausch deutlich auszubauen.
Der Dialog wurde im Jahr 2024 fortgesetzt, als der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis die Türkei besuchte. Im Fokus standen dabei neben Handelsfragen auch Kooperationen im Gesundheits- und Kulturbereich. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten haben sich seither schrittweise stabilisiert. Für den 11. Februar ist das nächste Treffen des Kooperationsrates in Ankara geplant, das Erdoğan und Mitsotakis gemeinsam leiten werden. Es wird eine umfassende Bestandsaufnahme der bilateralen Beziehungen erwartet sowie der Abschluss weiterer Abkommen.
Unterdessen entwickelt sich der Handel zwischen beiden Ländern dynamisch. So stieg das bilaterale Handelsvolumen von 5,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 kontinuierlich an und erreichte im Jahr 2025 rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Damit rücken Ankara und Athen ihrem selbst gesteckten Ziel näher.
Besonders deutlich legten die türkischen Exporte nach Griechenland zu. Sie wuchsen von 3,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf zuletzt 5,4 Milliarden US-Dollar. Zu den wichtigsten Ausfuhrgütern zählten mineralische Brennstoffe und Öle, Eisen und Stahl sowie elektrische Maschinen und Geräte. Die Importe aus Griechenland schwankten im selben Zeitraum und beliefen sich zuletzt auf etwa 1,3 Milliarden US-Dollar.
Insgesamt weist die Türkei damit weiterhin einen deutlichen Handelsüberschuss gegenüber Griechenland auf, der im vergangenen Jahr bei rund 4,1 Milliarden US-Dollar lag. Diese wirtschaftlichen Kennzahlen unterstreichen den politischen Willen beider Regierungen, die Zusammenarbeit zu vertiefen und bestehende Spannungen zunehmend durch pragmatische Kooperation zu ersetzen.