Mehr als 21.000 Fälle: Türkische Werbeaufsicht zieht Halbjahresbilanz zu irreführender Werbung

25.07.2026 – 16:00 Uhr

Im Kampf gegen irreführende Reklame und unlautere Geschäftspraktiken hat die türkische Werbeaufsicht in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 Geldstrafen von über 185 Millionen Türkischen Lira verhängt. Wie das Handelsministerium mitteilte, wurden in diesem Zeitraum mehr als 21.000 Fälle abschließend bearbeitet.

Allein in der jüngsten, 371. Sitzung des Gremiums wurden 149 Dossiers geprüft. In 118 Fällen stellte der Rat einen Verstoß gegen die geltenden Vorschriften fest. In 74 dieser Fälle wurde ein sofortiger Werbestopp verhängt und in 44 Fällen kombinierte die Behörde die Untersagung mit einer Geldbuße. Zudem ordnete der Rat bei drei Verstößen die Sperrung des Online-Zugangs an.

Besonders hart ging die Behörde gegen wissenschaftlich nicht belegte Gesundheitsversprechen vor. Im Fokus stand ein Haarspray, das mit Slogans wie „Alle 10 Tage 2.000 neue Haarwurzeln”, „Aktiviert die Haarproduktion” und „Haarwurzeln erwachen aus dem Schlaf” beworben wurde. Die Aufsichtsbehörde sah darin eine klare Täuschung der Verbraucher. Da das Unternehmen seine Werbung trotz vorheriger Verwarnungen nicht einstellte und mit Bildern eine vermeintliche Haarwuchswirkung vortäuschte, verhängte der Rat die gesetzlich mögliche Höchststrafe.

Auch Anbieter von Visa-Vermittlungsdiensten gerieten ins Visier. Unternehmen, die mit „Visum-Garantie”, „100 % Genehmigungsgarantie”, „Termin-Garantie” oder einer angeblichen „Garantielösung” warben, müssen ihre Reklame stoppen. Nach Abschluss eines Prüfungsverfahrens wurde fünf Unternehmen die Fortführung solcher unhaltbaren Versprechen endgültig untersagt.

Die Behörde eröffnete von Amts wegen einen weiteren Prüffall. In den sozialen Medien wird mit dem angeblichen „Duft der Kaaba und der Rawda” gehandelt. Der Reklam Kurulu wertet dies als kommerzielle Ausbeutung religiöser Gefühle und ordnete eine vorsorgliche, bis zu dreimonatige Aussetzung dieser Verkaufsaktivitäten an, bis eine endgültige Entscheidung gefällt ist.

Das türkische Handelsministerium kündigte an, die Kontrollen gegen jegliche Form von Verbrauchertäuschung und unlauteren Wettbewerb auf allen Medienkanälen konsequent fortzusetzen.