Ein reges Treiben auf einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt: In den ersten drei Monaten dieses Jahres passierten 9.195 Schiffe die türkische Meerenge Bosporus bei Istanbul. Das geht aus aktuellen Daten des türkischen Verkehrs- und Infrastrukturministeriums hervor. Im Durchschnitt durchquerten somit täglich 102 Schiffe die natürliche Grenze zwischen Europa und Asien.
Trotz dieser hohen Frequenz verzeichnet die Statistik einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damals hatten 9.351 Schiffe die Passage genutzt. Auch die transportierte Gesamttonnage sank von über 141 Millionen Bruttoregistertonnen auf rund 135,2 Millionen Bruttoregistertonnen.
Eine markante Veränderung zeigt sich bei den Dimensionen der Schiffe: Während im Vorjahreszeitraum noch Frachter mit einer Länge von über 300 Metern den Bosporus passierten, fehlten diese Giganten in den ersten drei Monaten dieses Jahres vollständig.
Frachter dominieren die Meerenge
Das Verkehrsaufkommen wurde maßgeblich von Frachtschiffen bestimmt. An der Spitze stehen die Stückgutfrachter mit 3.277 Passagen, dicht gefolgt von den Massengutfrachtern mit 1.833 Passagen. Zudem wurden 984 Containerschiffe und 451 Tanker mit chemischer Ladung gezählt. Einen ungewöhnlich hohen Wert verzeichneten die Behörden bei nicht näher spezifizierten Tankern: 1 511 Schiffe dieser Kategorie passierten die Meerenge.
Auch das übrige Schiffsaufkommen war vielfältig: Darunter befanden sich 288 Lastkähne, 125 Viehtransporter, 77 Passagierschiffe, 30 Autotransporter sowie neun Kriegsschiffe.
Pilotendienste und Monatsvergleich
Beim riskanten Manöver durch die enge und kurvenreiche Wasserstraße nahm ein Großteil der Kapitäne professionelle Hilfe in Anspruch. Insgesamt griffen 5.792 Schiffe, also knapp 63 Prozent der Passage-Nutzer, auf die ortskundigen Lotsen des Pilotdienstes zurück.
Die Monatsbilanz zeigt einen deutlichen Anstieg der Aktivität zum Ende des Quartals. Während im Januar 3.025 Schiffe die Meerenge durchquerten und im Februar mit 2.687 Schiffen ein saisonales Tief verzeichnet wurde, stieg die Zahl im März sprunghaft auf 3.483 Transit-Schiffe an. Parallel dazu erhöhte sich die beförderte Tonnage von rund 41,3 Millionen Bruttoregistertonnen im Februar auf über 51,7 Millionen im März.