Die hohe Inflation in der türkischen Metropole Istanbul hat im März etwas nachgelassen. Laut neuen Zahlen der Istanbuler Handelskammer (İTO) fiel die monatliche Steigerung der Verbraucherpreise geringer aus als zuletzt. Ein Blick auf die Jahresrate zeigt jedoch: Die Lebenshaltungskosten liegen weiterhin auf Rekordniveau.
Im März stieg der Verbraucherpreisindex (VPI) in der Bosporus-Metropole um 2,97 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Februar hatte das Plus noch bei 3,85 Prozent und im Januar sogar bei 4,56 Prozent gelegen. Die monatliche Teuerung verlangsamte sich damit spürbar.
Auf das Gesamtjahr hochgerechnet fiel die Inflationsrate von 37,88 Prozent im Februar auf 34,68 Prozent im März. Das ist ein Hoffnungsschimmer für Verbraucher, die monatelang unter stark steigenden Preisen gelitten haben.
Vor allem die Mieten treiben die Kosten
Besonders stark betroffen sind: Wohnen. Die Preise für Mieten und Wohnnebenkosten kletterten im März um 2,16 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 44,54 Prozent im Jahresvergleich. Auch die Verpflegungskosten bleiben eine Belastung: Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich im Monatsvergleich um 2,89 Prozent bzw. im Jahresvergleich um 39,67 Prozent.
Wer auf öffentliche Verkehrsmittel oder das eigene Auto angewiesen ist, musste ebenfalls tief in die Tasche greifen. Die Transportkosten stiegen im März um 5,14 Prozent im Vergleich zum Vormonat – das entspricht einem Jahresplus von 36,02 Prozent.
Hotel- und Restaurantbesuche verteuerten sich um 1,4 Prozent (monatlich) beziehungsweise 34,12 Prozent (jährlich). Kleidung wurde mit 1,3 Prozent (monatlich) bzw. 26,44 Prozent (jährlich) vergleichsweise moderat teurer.
Die endgültigen Inflationszahlen für die gesamte Türkei werden am 3. April vom staatlichen Statistikinstitut TÜİK erwartet. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Anadolu unter Ökonomen prognostiziert für März einen monatlichen Preisanstieg von 2,4 Prozent. Sollte diese Schätzung eintreffen, würde die jährliche Inflationsrate von 31,53 Prozent im Februar leicht auf 31,46 Prozent im März sinken.