Die Türkei und das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) blicken auf zehn Jahre intensive Zusammenarbeit zurück. Was als klassische Gastgeber-Partnerschaft begann, hat sich längst zu einer strategischen Allianz entwickelt, die über die Grenzen der Region hinausweist.
Seit der Eröffnung des regionalen UNDP-Zentrums in Istanbul im Jahr 2015 ist die Metropole am Bosporus zu einem zentralen Knotenpunkt für Entwicklungsfragen in Europa und Zentralasien geworden. Laut einer gemeinsamen Analyse der türkischen Regierung und des UNDP verbindet die Kooperation die diplomatische Reichweite und den dynamischen Privatsektor der Türkei mit der fachlichen Expertise und dem regionalen Netzwerk des UN-Programms.
Zwischen 2022 und 2025 fanden mehr als 80 regionale Veranstaltungen am sogenannten Istanbul Regional Hub statt. Formate wie die „Istanbul Development Dialogues” oder die „Innovation Days” dienen dem Austausch über Klimarisiken, wirtschaftliche Transformation und gute Regierungsführung.
Dabei spielt der türkische Privatsektor eine zentrale Rolle. Das in Istanbul ansässige Internationale Zentrum für den Privatsektor in der Entwicklung (ICPSD) fungiert als Schnittstelle, um unternehmerisches Kapital für Krisenregionen nutzbar zu machen. In Afghanistan etwa unterstützte das Programm eigenen Angaben zufolge 90.000 Betriebe, darunter viele von Frauen geführte Unternehmen. Global mobilisierte die Initiative „Connecting Business“ mehr als 130 Millionen Dollar für die Nothilfe.
Die Partnerschaft zeigt sich besonders deutlich in der Bewältigung von Krisen. So ist das UNDP seit 2014 an der Seite der Türkei, um die Lage syrischer Schutzsuchender zu bewältigen. Nach den schweren Erdbeben Anfang 2023 koordinierte die Organisation die Wiederaufbau-Einschätzung TERRA, die bis heute die Grundlage für die Bemühungen um einen „besseren“ Wiederaufbau bildet. Zu den Maßnahmen gehören das Recycling von Trümmerschutt, die Wiederbelebung lokaler Wirtschaftsstrukturen und die Instandsetzung von Bildungseinrichtungen.
Mit Blick auf die Zukunft wollen beide Seiten die Zusammenarbeit weiter vertiefen. Die türkische Präsidentschaft bei der nächsten Weltklimakonferenz (COP31) bietet laut der Erklärung eine Chance, die gemeinsamen Klimaschutzbemühungen auszubauen. Vor dem Hintergrund globaler Verwerfungen sei die Partnerschaft ein Beispiel dafür, wie praktische und zukunftsgerichtete Lösungen für komplexe Herausforderungen geschaffen werden können.