Kostenexplosion in türkischen Hotels: Preise steigen weit stärker als Inflation

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13.04.2026 – 8:00 Uhr

ANKARA – Während die Inflation in der Türkei weiter steigt, geraten Hotels zunehmend unter Druck: Die Kosten im Tourismussektor wachsen deutlich schneller als die allgemeinen Verbraucherpreise.

Nach Angaben des Türkischen Statistikamts (TÜİK) lag die Inflation im März 2026 bei 1,94 Prozent im Monatsvergleich und 30,87 Prozent im Jahresvergleich. Im Hotelgewerbe fallen die Kostensteigerungen jedoch erheblich höher aus.

Laut Schätzungen von Turizm Databank sind die Ausgaben für Speisen und Getränke (F&B) in Hotels im gleichen Zeitraum um 61,57 Prozent gestiegen – rund 30 Prozentpunkte mehr als die offizielle Inflation. Insgesamt erhöhten sich die Kosten für Verpflegung und Energie in Beherbergungsbetrieben um 52 Prozent, während die Personalkosten um 40,5 Prozent zulegten.

Besonders problematisch ist laut Experten die wachsende Kluft zwischen Kosten und Wechselkurs. Während der US-Dollar im Jahresvergleich nur um 19,22 Prozent zulegte, stiegen die Hotelkosten um mehr als 61 Prozent. Die Differenz von über 42 Prozentpunkten verschärft den wirtschaftlichen Druck auf die Branche erheblich.

Fachleute warnen, dass die schneller steigenden Kosten im Vergleich zu den in Fremdwährung erzielten Einnahmen die Rentabilität vieler Betriebe gefährden. Vor allem die starken Preisanstiege bei Energie und Lebensmitteln belasten die Unternehmen zunehmend.

Vertreter der Branche betonen daher, dass Preisstrategien und ein effizientes Kostenmanagement in der kommenden Zeit entscheidend sein werden, um wirtschaftlich bestehen zu können.