Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognosen für die türkische Wirtschaft nach oben korrigiert. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Halbjahresbericht „Global Economic Prospects“ hervorgeht, erwartet die Institution für das Jahr 2026 nun ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,7 Prozent. Zuvor waren die Experten von 3,6 Prozent ausgegangen.
Auch für das laufende Jahr 2025 wurde die Schätzung angehoben: Anstelle von 4,2 Prozent prognostiziert die Weltbank nun ein Wachstum von 4,4 Prozent. Als wesentlichen Grund für die optimistischere Einschätzung nennt der Bericht die private Konsumnachfrage. Diese werde voraussichtlich von steigenden Reallöhnen im Zuge einer weiterhin allmählich sinkenden Inflation gestützt.
Das Wachstum habe sich Schätzungen zufolge im Jahr 2025 auf etwa 3,5 Prozent beschleunigt, so der Bericht weiter. Dies läge 0,4 Prozentpunkte über der Prognose vom Juni 2024.
Offiziellen türkischen Daten zufolge hat sich das Wirtschaftswachstum zuletzt allerdings abgeschwächt: Im dritten Quartal 2025 wuchs die Wirtschaft im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, nach noch 4,9 Prozent im Vorquartal.
In ihrer Analyse wies die Weltbank auch auf gegensätzliche Tendenzen bei den Ungleichgewichten hin. Während sich das Leistungsbilanzdefizit voraussichtlich vergrößern wird, dürfte das Haushaltsdefizit schrumpfen. Dies ist hauptsächlich auf sinkende Ausgaben für den Wiederaufbau nach den Erdbeben zurückzuführen.
Global betrachtet zeigt sich die Weltbank ebenfalls etwas zuversichtlicher. Sie hob ihre Prognose für das weltweite Wachstum im Jahr 2026 auf 2,6 Prozent (zuvor: 2,4 Prozent) und für das Jahr 2025 auf 2,7 Prozent (zuvor: 2,6 Prozent) an. Trotz Handelskonflikten und politischer Unsicherheiten hat sich die globale Wirtschaft widerstandsfähiger gezeigt als erwartet.