Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten könnten der türkischen Schmuckindustrie unerwarteten Auftrieb verleihen. Der Präsident der Istanbuler Handelskammer (İTO), Şekib Avdagiç, ist der Meinung, dass die Behörden jetzt handeln sollten, bevor ausländische Konkurrenten wie Singapur oder Hongkong die abwanderungswilligen Firmen aus der Golfregion an sich binden.
„Wir dürfen diese Gelegenheit nicht verpassen“, so Avdagiç. Er fordert eine Überprüfung der seit 2023 geltenden Quotenregelung für die Einfuhr von unverarbeitetem Gold. Durch diese Regelung sei ein Teil der türkischen Produktionskapazitäten ins Ausland, vor allem nach Dubai, verlagert worden.
Durch die jüngsten Angriffe auf den Iran und die Gefahr einer Ausweitung der Konflikte auf andere Golfstaaten könnte sich das Blatt nun wieder zugunsten der türkischen Hersteller wenden. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“, sagte Avdagiç. Nötig seien schnelle, vorausschauende Schritte, um die aus der Golfregion abziehenden oder abwandern müssenden Unternehmen anzuziehen.
Wenn die notwendigen Regelungen zügig umgesetzt würden, könnten die heimischen Schmuckexporteure nicht nur verloren geglaubte Kunden zurück-, sondern auch neue hinzugewinnen, davon ist der Kammerpräsident überzeugt.