Der kanadische Premierminister Mark Carney bezeichnete die Türkei als einen „vitalen Partner“ für sein Land und kündigte eine erhebliche Vertiefung der bilateralen Beziehungen an. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Vaughan betonte Carney die zentrale Rolle der Türkei innerhalb der NATO in einer „wichtigen und teilweise herausfordernden Region“.
Über die sicherheitspolitische Zusammenarbeit hinaus sieht die kanadische Regierung großes Potenzial, insbesondere in den Bereichen Handel und Industrie. „Wir haben eine Reihe von Möglichkeiten, unsere kommerziellen Beziehungen mit der Türkei zu vertiefen“, so Carney. Er verwies auf Gespräche, die er im September 2023 mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan auf der UN-Vollversammlung in New York begonnen hatte und die nun fortgeführt werden sollen.
Laut Carney könnte die Kooperation auch Bereiche wie Verteidigung und sogar die Nukleartechnik umfassen. Er hob die Stärke der Türkei in der globalen Fertigungsindustrie, einschließlich Hochtechnologie, hervor und zeigte sich überzeugt: „Es gibt Bereiche, in denen wir zweifellos Partner sein können.“
Parallel kündigt Carney neue nationale Auto-Strategie an
Im gleichen Atemzug präsentierte der Premierminister einen neuen nationalen Fahrzeugplan für Kanada. Kernpunkt ist die Abschaffung des bisherigen Verkaufsmandats für Elektrofahrzeuge (EV). Für die Modelljahre 2027 bis 2032 sollen stattdessen strengere Grenzwerte für Treibhausgasemissionen gelten, die laut Regierungsangaben doppelt so streng sein werden wie bisher.
„Wir verschärfen unsere Emissionsstandards um das Zweifache und geben der Industrie Flexibilität bei der Umsetzung“, erläuterte Carney. Zur Förderung der Umstellung stellt die Regierung Kauf- und Leasinganreize im Volumen von 2,3 Milliarden kanadischen Dollar bereit, um den Absatz von emissionsfreien Fahrzeugen zu beschleunigen. Dieser strategische Schwenk in der Automobilpolitik wird parallel zum Ausbau internationaler Partnerschaften – darunter mit der Türkei – vorangetrieben.