ISTANBUL – Die Inflationsdaten für Januar sowie vorläufige Schätzungen für Februar deuten auf einen vorsichtigen Umgang mit Zinssenkungen im Jahr 2026 hin. Zu diesem Ergebnis kommt die US-Investmentbank JP Morgan in einer aktuellen Analyse.
Demnach dürfte die türkische Zentralbank ihren Leitzins auch im kommenden Jahr deutlich über der Verbraucherpreisinflation halten, um den Inflationsdruck einzudämmen. JP Morgan bekräftigte ihre Prognose, wonach der Leitzins bis Ende 2026 bei 30 Prozent liegen dürfte. Dabei bestünden weiterhin Risiken nach oben, insbesondere wegen erhöhter Dollarisierungsrisiken im vierten Quartal 2026, die eine Aufrechterhaltung des derzeitigen realen Zinsniveaus erforderlich machten.
Gleichzeitig geht JP Morgan davon aus, dass die Zentralbank bei den verbleibenden sieben Sitzungen des geldpolitischen Ausschusses jeweils Zinssenkungen um 100 Basispunkte vornehmen wird, um den Leitzins schrittweise bis Ende 2026 auf 30 Prozent zu senken.
Als Hauptgrund für die zuletzt vorsichtigere Geldpolitik nennt die Bank die sich eintrübenden Inflationsaussichten. Diese hätten die Zentralbank dazu veranlasst, die Zinssenkung am 22. Januar auf 100 Basispunkte zu begrenzen und gleichzeitig koordinierte makroprudenzielle Maßnahmen gemeinsam mit der Bankenaufsichtsbehörde BDDK umzusetzen.
Für die nächste geldpolitische Sitzung am 12. März schließt JP Morgan allerdings auch eine Zinssenkung von weniger als 100 Basispunkten nicht aus. Hintergrund sei die voraussichtlich hohe Inflation im Februar, die insbesondere durch den Ramadan-bedingten Anstieg der Preise für Lebensmittel und Restaurantdienstleistungen beeinflusst werden dürfte.