Italienische Marken dominieren türkischen Sonnenbrillenmarkt: 45,5 Millionen Dollar in drei Monaten

05.05.2026 – 6:35 Uhr

Die Vorliebe der Türken für Markensonnenbrillen hat im ersten Quartal einen neuen Höhepunkt erreicht. Für Lieferungen aus Italien gab das Land allein die Rekordsumme von 45,5 Millionen US-Dollar aus. Das geht aus aktuellen Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) hervor.

Zwischen Januar und März importierte die Türkei insgesamt 880 471 Sonnenbrillen aus Italien. Das entspricht einem gewaltigen Anteil am gesamten Einfuhrvolumen, das sich im selben Zeitraum auf 2,32 Millionen Brillen summierte. Die dafür aufgewendeten Gesamtkosten beliefen sich auf 85,5 Millionen Dollar.

Während die heimische Industrie vor allem das Einstiegs- und Mittelklassesegment bedient, greifen Verbraucher bei hochwertigen und modischen Modellen offenbar bevorzugt zu den etablierten internationalen Marken aus Italien. Der hohe Stückpreis der italienischen Ware – durchschnittlich rund 51,70 Dollar pro Brille – unterstreicht den Fokus auf das Premiumsegment.

Zum Vergleich: China war zwar mengenmäßig der größte Lieferant. So bezog die Türkei im ersten Quartal 1,04 Millionen Sonnenbrillen aus dem asiatischen Land und musste dafür nur etwa halb so viel bezahlen wie für die Ware aus Italien. Auf Platz drei folgte Thailand mit 119 703 importierten Brillen für 6,1 Millionen Dollar. Japan steuerte 23.091 Brillen im Wert von 3,1 Millionen Dollar bei und Frankreich 6.647 Brillen für rund 3 Millionen Dollar.

Dem massiven Importstrom stehen vergleichsweise bescheidene Exporte gegenüber. Die türkische Brillenindustrie verkaufte im selben Zeitraum 164 272 Sonnenbrillen ins Ausland und erzielte damit lediglich Einnahmen von 2,4 Millionen Dollar. Diese Zahlen verdeutlichen das enorme Handelsbilanzdefizit in diesem Bereich sowie die anhaltende Nachfrage der türkischen Konsumenten nach Design und Prestige „Made in Italy”.