Die 500 größten IT-Unternehmen der Türkei erzielten im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 1,6 Billionen Türkischen Lira. Das entspricht einem Anstieg von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie aus der am Dienstag veröffentlichten 27. Ausgabe der Branchenstudie „Bilişim 500” hervorgeht. Damit setzt die Branche ihr Wachstum fort, büßt jedoch spürbar an Dynamik ein: 2023 hatte die auf Lira-Basis gemessene Wachstumsrate noch bei 88 Prozent gelegen und hat sich somit innerhalb von zwei Jahren halbiert.
Künstliche Intelligenz als Zugpferd – aber nicht für alle
Als stärkster Wachstumstreiber erwies sich das Geschäft mit KI. Die KI-bezogenen Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 58 Prozent. Die Untersuchung zeigt zudem einen Strategiewechsel: Unternehmen betrachten KI zunehmend als Kernbestandteil ihres Geschäftsmodells und nicht mehr nur als reine Technologieinvestition.
Die Studie offenbart jedoch eine zunehmend ungleiche Verteilung des Wachstums. Nur acht Prozent der gelisteten Firmen konnten ihren Umsatz im Jahr 2025 mehr als verdoppeln. Das höchste von einem einzelnen Unternehmen gemeldete Wachstum lag bei 323 Prozent. Die Zahl der besonders schnell wachsenden Firmen ist damit laut den Autoren deutlich zurückgegangen.
Heimische Branchensoftware legt zu – neuer Bereich Managed Services im Fokus
Die Umsätze mit in der Türkei entwickelter branchenspezifischer Software stiegen um 35 Prozent und machten 67 Prozent der gesamten Softwareerlöse aus. Als wesentliche Stützen erwiesen sich dabei Lösungen für die Finanz- und Bankenbranche, den Tourismus sowie die Verteidigungsindustrie.
Erstmals wies die Erhebung zudem die Kategorie „Managed Services” aus. Das Segment setzte drei Milliarden Lira um und gilt dem Bericht zufolge als einer der künftigen Wachstumsmärkte. Angesichts der beschleunigten KI-Nutzung und der steigenden Nachfrage nach ausgelagerten Technologiediensten ist mit einem raschen Ausbau dieses Bereichs zu rechnen.