Wer im Sommerchaos des europäischen Luftverkehrs pünktlich abheben möchte, hat in Istanbul die besten Karten. Neue Daten der europäischen Flugsicherung zeigen eine türkische Dominanz in der Kategorie Zuverlässigkeit. Die beiden Flughäfen der Bosporus-Metropole belegen im Ranking der 20 meistfrequentierten Flughäfen Europas die Spitzenplätze und lassen die Konkurrenz aus dem Norden damit deutlich hinter sich.
Laut dem aktuellen Wochenbericht der Europäischen Organisation für Flugsicherheit (EUROCONTROL) sicherte sich der Istanbul Airport in der Woche vom 13. bis 19. Juli mit einer pünktlichen Abflugquote von 81 Prozent den ersten Platz. Direkt dahinter folgt der stadteigene Rivale Sabiha Gökçen mit einer Quote von 78 Prozent.
Mit einigem Abstand folgen Kopenhagen mit 76 Prozent, sowie Oslo und Antalya mit jeweils 75 Prozent. Diese Werte katapultieren die türkische Luftfahrtinfrastruktur an die Spitze eines Netzes, das insgesamt mit erheblichen Verzögerungen kämpft. Im europaweiten Durchschnitt lag die Abflugpünktlichkeit in diesem Zeitraum lediglich bei 63 Prozent, die Ankunftspünktlichkeit bei 69 Prozent.
Doch nicht nur die Flughäfen, sondern auch die nationale Fluggesellschaft setzt Maßstäbe. Bei den 20 größten Fluggesellschaftsgruppen teilt sich Turkish Airlines mit der skandinavischen SAS Group den ersten Rang für die höchste Ankunftspünktlichkeit – beide erreichten 85 Prozent. Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt jedoch einen entscheidenden Effizienzvorteil für die türkische Fluggesellschaft: Während die Flugzeuge von Turkish Airlines im Durchschnitt nur 1,37 Minuten durch Verkehrsflussregelungen am Boden festgehalten wurden, mussten die Jets von SAS 2,37 Minuten warten.
Den geteilten vierten Platz belegte Pegasus Airlines mit einer Ankunftspünktlichkeit von 78 Prozent, knapp hinter der Iberia Group aus Spanien, die 79 Prozent erreichte.
Die starken Betriebszahlen unterstreichen die Rolle des wachsenden Luftverkehrsdrehkreuzes. Turkish Airlines vermeldete im Berichtszeitraum zudem einen neuen Tagesverkehrsrekord und übertraf damit eine erst in diesem Jahr aufgestellte Bestmarke.
Insgesamt wickelte das europäische Luftverkehrsnetz im Analysezeitraum durchschnittlich 36 201 Flüge pro Tag ab, was einem leichten Plus von 1,9 Prozent gegenüber der Vorjahreswoche entspricht. Die Belastungsgrenzen bleiben jedoch sichtbar: Nahezu 64.000 Flüge – und damit jeder vierte – waren von Verkehrsflusssteuerungen betroffen.