Istanbul empfängt 12,47 Millionen ausländische Gäste

29.09.2026 – 6:35 Uhr

Istanbul hat in den ersten acht Monaten 2026 insgesamt 12,47 Millionen ausländische Besucher empfangen. Damit stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich um 0,9 Prozent. Hinter der nahezu stabilen Gesamtzahl verbirgt sich jedoch eine deutliche Verschiebung bei den Herkunftsmärkten.

Russland, Deutschland und China legen zu

Nach Daten von Turizm Databank verzeichnete Istanbul aus mehreren wichtigen Märkten teils zweistellige Zuwächse. Die Zahl der Besucher aus Russland stieg um 11,8 Prozent, aus Deutschland um 11,5 Prozent und aus China sogar um 36 Prozent.

Auch aus Kasachstan kamen 14,2 Prozent mehr Besucher. Bulgarien legte um 15,6 Prozent zu, Polen um 20 Prozent.

Demgegenüber gingen die Besucherzahlen aus mehreren bedeutenden Märkten zurück. Aus den USA kamen 9,1 Prozent weniger Gäste, aus dem Iran 9 Prozent und aus Saudi-Arabien 18,6 Prozent weniger. Auch Italien (-10,6 Prozent), Irak (-11,6 Prozent) und Indien (-25,8 Prozent) verzeichneten deutliche Rückgänge.

Besonders stark fiel der Rückgang aus Kuwait aus: Die Zahl der Besucher aus dem Golfstaat sank um 45,6 Prozent.

Touristenmärkte verändern sich

Die Daten zeigen damit weniger eine grundlegende Veränderung der Gesamtzahl als vielmehr eine Neuverteilung der Herkunftsmärkte. Während Russland, Deutschland, China und einige europäische Länder sowie zentralasiatische Märkte an Bedeutung gewinnen, verlieren die USA, mehrere Golfstaaten, Iran und Indien an Gewicht.

Als mögliche Faktoren nennt Turizm Databank unter anderem Flugverbindungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Reisekosten, geopolitische Entwicklungen sowie Visa- und Reisebedingungen. Auch Veränderungen bei der Nachfrage nach Reisen in die Türkei könnten eine Rolle spielen.

Neue Gästeprofile im Fokus

Für die Istanbuler Tourismusbranche stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sich die veränderte Zusammensetzung der Besucher auf Hotels und andere touristische Unternehmen auswirkt.

Neben der Zahl der Gäste dürften künftig auch Ausgaben, Aufenthaltsdauer und Hotelumsätze eine wichtige Rolle spielen. Die Entwicklung der Herkunftsmärkte könnte damit für die Branche ebenso relevant werden wie das eigentliche Wachstum der Besucherzahlen.