Die Inflation in der türkischen Metropole Istanbul hat im Juni 2026 spürbar an Tempo verloren. Wie die Industrie- und Handelskammer Istanbul (İTO) am Donnerstag mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat lediglich um 1,14 Prozent. Während die Menschen an der Supermarktkasse aufatmen, sendet die Großhandelsebene ein gegenteiliges Warnsignal.
Laut der Kammer kletterte der maßgebliche Istanbuler Verbraucherpreisindex auf Jahressicht um 35,94 Prozent. Dies stellt zwar weiterhin eine massive Belastung der Kaufkraft dar, bedeutet im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten jedoch eine gewisse Abkühlung des Preisauftriebs.
Während sich der Einzelhandel stabilisiert, zieht der Kostendruck im Vorfeld der Ladentheke hingegen kräftig an. Der Index der Großhandelspreise, der als Frühindikator für die künftige Preisentwicklung gilt, schnellte im Juni um 3,0 Prozent nach oben. Im Jahresvergleich verteuerten sich die Waren auf der Großhandelsstufe um 24,65 Prozent.
Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt einen potenziellen Unruheherd: Insbesondere Rohstoffe verteuerten sich im Monatsvergleich drastisch. Die Preise für unbearbeitete Materialien schossen um 8,18 Prozent in die Höhe. Auch die Gruppen Energie (plus 3,23 Prozent) und Lebensmittel (plus 2,85 Prozent) zogen auf Großhandelsebene deutlich an. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Preisdruck bestehen bleibt und die aktuelle Entspannung für Konsumenten trügerisch sein könnte.
In der Jahresbetrachtung nach Warengruppen liegen weiterhin Mineralien mit einem Plus von 33,51 Prozent sowie Baustoffe mit einem Plus von 28,64 Prozent an der Spitze der Teuerungsliste.