Türkische Immobilien als sicherer Hafen: Nach Fondsermittlungen setzen Anleger auf Betongold

06.11.2026 – 6:35 Uhr

Die Ermittlungen rund um einen Investmentfonds, von denen Hunderttausende Menschen betroffen sind, verändern das Anlageverhalten der Investoren. Laut Branchenangaben werden Anleger zunehmend vorsichtiger und legen neben der Rendite größeren Wert auf sichere Anlageinstrumente. Diese Entwicklung dürfte sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern positiv auf den Immobiliensektor auswirken.

Didem Güneş, General Manager des Immobilieninvestmentunternehmens Ege Yapı GYO, erklärte, dass sich Sparer nach den Turbulenzen am Fondsmarkt verstärkt die Frage stellen, wo sie ihr Geld künftig anlegen sollen. „Die Menschen sind verunsichert und handeln sehr vorsichtig“, sagte Güneş. Eine Gruppe von Anlegern wartet zunächst ab und beobachtet die weiteren Entwicklungen. Eine andere Gruppe wende sich hingegen der Immobilie zu, da sie diese als sichere Geldanlage betrachte. „In diese Richtung sehen wir eine erhöhte Aktivität“, so Güneş.

Laut ihren Angaben deuten auch Rückmeldungen von Kunden darauf hin, dass dieser Prozess dem Immobilienmarkt zugutekommen könnte. „Es gibt die Denkweise: Ich hole mir meinen Grundbucheintrag und vermeide das Risiko“, sagte sie. Zugleich zeigen die eingehenden Fragen, dass bei den Verbrauchern weiterhin Bedenken bestehen. Fragen, ob sie ihren Grundbucheintrag erhalten und ob der Bau rechtzeitig fertiggestellt wird, verdeutlichen die entstandenen Vertrauensprobleme.

Laut Güneş verlangen Käufer zunehmend individuelle Zahlungsmodelle. „Ein Kunde möchte einen Zahlungsplan auf Basis von Guthaben auf Festgeldkonten, ein anderer wünscht Ratenzahlungen, die zu einer erwarteten Auszahlung passen. Manche bevorzugen feste Raten, andere entscheiden sich für Pläne mit steigenden Zahlungen“, erklärte sie. Verkaufsabschlüsse, die früher etwa eine Stunde gedauert hätten, nehmen inzwischen zwei bis zweieinhalb Stunden in Anspruch.