Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Konjunkturerwartung für die Türkei im kommenden Jahr deutlich nach unten korrigiert. Laut dem im April veröffentlichten „World Economic Outlook“ rechnet der Fonds für 2026 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent. In der vorherigen Prognose vom Januar war der IWF noch von einem Plus von 3,7 Prozent ausgegangen.
Für das Jahr 2027 prognostizieren die Ökonomen in Washington ein moderates Wachstum der türkischen Wirtschaft von 3,5 Prozent. Parallel dazu bleibt die Inflationsbekämpfung eine zentrale Herausforderung: Die Teuerungsrate wird für das Jahresende 2026 auf 28,6 Prozent und für das Jahresende 2027 auf 21,4 Prozent geschätzt.
Auf dem Arbeitsmarkt erwartet der IWF einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent im laufenden Jahr auf 8,7 Prozent im nächsten Jahr. Das Leistungsbilanzdefizit soll sich derweil leicht verringern und 2026 bei 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen, gefolgt von 2,5 Prozent im Jahr 2027.
Weltwirtschaft unter Druck durch Nahost-Konflikt
Die Anpassung der türkischen Daten erfolgt vor dem Hintergrund einer trüberen globalen Großwetterlage. Der IWF warnte eindringlich vor den ökonomischen Folgen des Krieges im Nahen Osten. Dieser stellt eine Belastungsprobe für das globale Wachstum und die fortschreitende Inflationsbekämpfung dar – insbesondere durch höhere Rohstoffpreise, verfestigte Inflationserwartungen und restriktivere Finanzierungsbedingungen.
In seinem Basisszenario, das von einer zeitlich und geografisch begrenzten Eskalation ausgeht, senkte der IWF die globale Wachstumsprognose für das Jahr 2026 auf 3,1 Prozent. Im Januar waren die Experten noch von 3,3 Prozent ausgegangen. Für das Jahr 2027 bleibt die Prognose mit 3,2 Prozent unverändert.
Zudem rechnet der Fonds mit einem vorübergehenden Wiederanstieg der globalen Gesamtinflation auf 4,4 Prozent im Jahr 2026, erst für 2027 wird eine Abschwächung auf 3,7 Prozent erwartet. Der IWF mahnte jedoch, dass ein längerer oder ausgedehnterer Konflikt im Nahen Osten die Wachstumsdynamik schwerer beschädigen und den Inflationsdruck insbesondere in Schwellenländern sowie in Staaten, die Energie importieren, zusätzlich anheizen könnte.