Im September kommt die globale Elite des digitalen Handels in Istanbul zusammen. Vom 3. bis 5. September 2026 richtet die türkische Metropole den Global E-Export Summit (IGEXX 2026) aus. Zu der Veranstaltung werden mehr als 40 internationale E-Commerce-Plattformen mit einem gebündelten Handelsvolumen von 6,1 Billionen US-Dollar erwartet.
Unter der Koordination des türkischen Handelsministeriums und der gemeinsamen Organisation durch die Türkische Exporteursversammlung (TİM) sowie den Verband der E-Commerce-Betreiber (ETİD) treffen die Schwergewichte der Branche auf heimische Hersteller und Marken. Die Teilnehmerliste liest sich wie das Who-is-Who der globalen Plattformökonomie: Neben den Platzhirschen Amazon, Alibaba und eBay haben auch die aufstrebenden Größen Walmart Marketplace, TikTok Shop, SHEIN, Tmall, JD.com und die südamerikanische Handelsplattform Mercado Libre zugesagt. Ergänzt wird das Teilnehmerfeld durch regional starke Akteure wie Coupang aus Südkorea, die afrikanische Jumia oder den südostasiatischen Spezialisten Zalora.
Ziel der dreitägigen Veranstaltung ist eine direkte Vernetzung: Türkische Produzenten und Exporteure sollen mit den weltweit führenden Marktplätzen in Kontakt treten und neue Absatzkanäle erschließen. Im Fokus der Fachdiskussionen stehen Expansionsstrategien in neue Märkte, künstliche Intelligenz als Treiber für den grenzüberschreitenden Handel sowie die Erschließung des asiatischen Marktes.
Mehmet Ali Yalçınkaya, Generaldirektor für Export im türkischen Handelsministerium, unterstrich die strategische Notwendigkeit einer Marktdiversifizierung. Derzeit sei die türkische Exportwirtschaft mit rund 40 Prozent übermäßig auf die Europäische Union fokussiert. Die Stärkung der Position im digitalen Handel sei daher essenziell. Insbesondere in den asiatischen Hochpotenzialmärkten Indonesien und Malaysia bietet sich für türkische Exporteure eine bedeutende Alternative zu den etablierten Lieferketten jenseits Chinas.
Konkrete Zahlen dazu lieferte Hasan Önal, Generaldirektor für E-Export und digitales Marketing. Demnach nutzen bereits rund 13 Prozent der im digitalen Export aktiven türkischen Firmen die Plattform Amazon. Önal bezifferte das gesamte E-Export-Volumen der Türkei für das Jahr 2025 auf 5,05 Milliarden Dollar, das von über 11.000 aktiven Unternehmen getragen wird. Künstliche Intelligenz wird den grenzüberschreitenden Wettbewerb zudem grundlegend neu ordnen. Um das Wachstum weiter zu beschleunigen, will das Ministerium die finanzielle und logistische Unterstützung für Firmen in den Bereichen digitales Marketing, Auftragsabwicklung und Zugang zu globalen Marktplätzen ausweiten.