Die HSBC rechnet mit weiteren Zinssenkungen in der Türkei. In einer aktuellen Analyse gehen die Strategen Ali Çakıroğlu, Shubham Sharma und Tolga Ediz davon aus, dass die türkische Zentralbank ihren Leitzins bis zum Jahresende um weitere 200 Basispunkte senken könnte.
Derzeit liegt der einwöchige Repo-Satz der türkischen Zentralbank (TCMB) bei 37 Prozent. Die Notenbank hatte den Leitzins zuletzt im September unverändert gelassen.
Für die Märkte sei allerdings weniger entscheidend, wie stark die Zinsen noch in diesem Jahr sinken, sondern ob sich der Lockerungszyklus auch 2027 fortsetzt, schreiben die HSBC-Strategen.
Markt erwartet nur begrenzte Lockerung
Nach Einschätzung der HSBC deutet die aktuelle Marktpreisbildung auf einen eher begrenzten Zinssenkungszyklus hin. Für das laufende Jahr rechnen die Strategen mit einer Senkung des einwöchigen Repo-Satzes um insgesamt 200 Basispunkte. Rund 150 Basispunkte seien davon bereits in den Marktpreisen berücksichtigt.
Für 2027 preise der Markt derzeit über den gesamten Lockerungszyklus hinweg Zinssenkungen von rund 300 Basispunkten ein. Das würde darauf hindeuten, dass der Leitzins bei etwa 34 Prozent liegen könnte.
Die HSBC verweist zugleich auf die bestehenden Unsicherheiten. Dazu zählen unter anderem geopolitische Spannungen und das weiterhin hohe globale Zinsniveau.
Kurzfristige Zinsen könnten besonders profitieren
Historische Entwicklungen und die eigenen Analysen der Bank deuteten darauf hin, dass vor allem kurzfristige Zinssätze von einer erneuten Lockerungsphase profitieren könnten.
Sollten die Märkte im weiteren Verlauf mit einem aggressiveren oder umfangreicheren Zinssenkungszyklus rechnen, könnten kurzfristige Zinsen entsprechend stärker reagieren, so die HSBC-Strategen.
Die türkische Zentralbank selbst betont weiterhin einen vorsichtigen, datenabhängigen Kurs. Sie will ihre Geldpolitik an der Inflationsentwicklung und den Inflationserwartungen ausrichten und die geldpolitische Straffung beibehalten, bis Preisstabilität erreicht ist.