Hoffnung auf Entspannung: Inflationserwartungen in der Türkei sinken

23.06.2026 – 6:35 Uhr

Die Inflationserwartungen der türkischen Haushalte haben sich im Juni leicht verbessert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der türkischen Zentralbank hervor. Sowohl Verbraucher als auch Marktteilnehmer rechnen demnach in den kommenden zwölf Monaten mit einer etwas niedrigeren Inflationsrate.

Laut der Erhebung sank die erwartete Jahresinflation der Haushalte innerhalb eines Jahreszeitraums um 3,38 Prozentpunkte auf 46,13 Prozent. Gleichzeitig stieg der Anteil der Befragten, die in den nächsten zwölf Monaten mit einem Rückgang der Inflation rechnen, leicht auf 15,7 Prozent.

Besonders stark belastend empfinden die Verbraucher weiterhin steigende Preise bei Lebensmitteln sowie im Bereich Energie und Kraftstoffe. Diese Kategorien wurden sowohl rückblickend als auch mit Blick auf die kommenden Monate am häufigsten als größte Preistreiber genannt.

Der Anteil der Befragten, die Lebensmittel als Bereich mit den stärksten Preissteigerungen nannten, sank allerdings leicht auf 39,3 Prozent.

Die offizielle Inflationsrate in der Türkei war im Mai leicht von 32,37 auf 32,61 Prozent gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 1,7 Prozent.

Die türkische Zentralbank hatte im Mai ihre Inflationsprognose für das Jahresende 2026 auf 26 Prozent angehoben. Als Gründe nannte sie unter anderem regionale Konflikte, steigende Energiepreise sowie Unsicherheiten in der Weltwirtschaft.

Langfristig rechnet die Notenbank mit einem weiteren Rückgang der Inflation. Nach aktuellen Prognosen soll die Teuerungsrate bis Ende 2027 auf 15 Prozent und bis Ende 2028 auf neun Prozent sinken, bevor mittelfristig das Ziel von fünf Prozent erreicht werden soll.

Die Umfrage zeigte zudem, dass die Erwartungen für den Wechselkurs zwischen US-Dollar und Türkischer Lira leicht gestiegen sind. Für die kommenden zwölf Monate rechnen die Teilnehmer im Durchschnitt mit einem Kurs von 52,67 Lira pro Dollar.

Bei den bevorzugten Anlageformen bleibt Gold trotz eines leichten Rückgangs weiterhin die beliebteste Option. Gleichzeitig stieg das Interesse an Immobilieninvestitionen wie Wohnungen, Geschäften oder Grundstücken deutlich an.