Die türkischen Behörden haben ihren Kampf gegen Wettbewerbsverstöße, überhöhte Preise und Marktmanipulationen im ersten Quartal deutlich verschärft. Wie das Handelsministerium am Samstag mitteilte, wurden zwischen Januar und März landesweit 129.327 Unternehmen inspiziert und mehr als 15,2 Millionen Produkte überprüft. Die verhängten Geldstrafen summieren sich auf die Rekordsumme von 784,6 Millionen Türkischen Lira.
Im Visier der Fahnder standen vor allem Branchen, die für die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung besonders sensibel sind. In Sektoren wie der Automobilindustrie, dem Immobilien- und Juweliersgewerbe sowie bei Vorwürfen der Wucherpreisgestaltung und Hortung von Waren wurden 23.003 natürliche und juristische Personen überprüft. Gegen 2 155 von ihnen verhängten die Prüfer Bußgelder in Höhe von insgesamt 221 Millionen Lira.
Den mit Abstand größten Einzelposten innerhalb dieses Bereichs meldete die Generaldirektion für Binnenhandel: Allein für exzessive Preissteigerungen wurden demnach 174,3 Millionen Lira fällig. Auf den Immobiliensektor entfielen 19,2 Millionen Lira, auf den Automobilhandel 5,1 Millionen Lira und auf die Schmuckbranche 2,6 Millionen Lira. Weitere 17,5 Millionen Lira an Strafen ergaben sich aus Verstößen gegen Regeln zur kommerziellen elektronischen Kommunikation, zu Arbeitszeiten und zur Lizenzierung von Lagerhäusern.
Parallel dazu nahm die Generaldirektion für Verbraucherschutz und Marktüberwachung 16.421 Akteure unter die Lupe. Dabei wurden 517 Unternehmen und Personen mit Geldbußen von insgesamt 309,6 Millionen Lira belegt. Diese zentralen Maßnahmen wurden durch die Arbeit der Provinzialdirektionen für Handel flankiert, die in allen 81 Provinzen 89.903 Firmen kontrollierten und gegen 19.050 von ihnen Strafzahlungen von insgesamt 254 Millionen Lira aussprachen.
Die harte Linie der Regulierungsbehörden spiegelt sich auch in den aktuellen Zahlen der Wettbewerbsbehörde wider. Während im gesamten Vorjahr gegen 227 Unternehmen Kartellstrafen von zusammengenommen 13,2 Milliarden Lira verhängt worden waren, mussten in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 90 Firmen aus den Bereichen Informationstechnologien, Plattformdienste, Lebensmittel sowie Land- und Viehwirtschaft 5 Milliarden Lira zahlen.