Handelsminister Bolat wirbt in Brüssel für engere Wirtschaftsbeziehungen zur EU

17.07.2026 – 11:00 Uhr

Brüssel/Ankara – Der türkische Handelsminister Ömer Bolat ist zu hochrangigen Gesprächen nach Brüssel gereist. Im Mittelpunkt des zweitägigen Besuchs stehen die Vertiefung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union sowie die Zukunft der gemeinsamen Industrie- und Lieferketten.

Nach Angaben des Handelsministeriums will Bolat insbesondere die Bedeutung der Zollunion zwischen der Türkei und der EU hervorheben. Hintergrund sind neue industriepolitische Maßnahmen der Europäischen Union, darunter der Industrial Accelerator Act und Initiativen wie „Made in EU“, die aus Sicht Ankaras bestehende Lieferketten und die industrielle Zusammenarbeit beeinträchtigen könnten.

Der Minister wird in seinen Gesprächen betonen, dass die Türkei für die europäische Industrie ein unverzichtbarer Partner in den Bereichen Produktion, Forschung, Entwicklung und Investitionen sei. Einseitige Beschränkungen könnten nach türkischer Auffassung die Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der europäischen Industrie schwächen.

Während seines Aufenthalts trifft Bolat unter anderem den EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit, Maroš Šefčovič, den EU-Kommissar für Wirtschaft und Produktivität, Valdis Dombrovskis, sowie Björn Seibert, Kabinettschef von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Auf dem Programm steht außerdem ein Rundtischgespräch mit der Führung des Europäischen Automobilherstellerverbands (ACEA) und Spitzenvertretern internationaler Automobilkonzerne. Dabei soll die strategische Rolle der türkischen Automobilindustrie innerhalb der europäischen Wertschöpfungskette im Fokus stehen.

Darüber hinaus sind Gespräche mit den Ständigen Vertretern der EU-Mitgliedstaaten sowie der Führung des europäischen Wirtschaftsverbands BusinessEurope vorgesehen.