Die Türkei rechnet im Juni mit einem deutlichen Anstieg ihrer Exporte. Handelsminister Ömer Bolat erklärte, dass die Exporterlöse im laufenden Monat um etwa 4 bis 5 Milliarden US-Dollar zulegen könnten.
Bei einem Besuch in der nordwestlichen Provinz Tekirdağ sagte Bolat, dass das erste Halbjahr aus Sicht der Außenhandelsbilanz insgesamt positiv verlaufen werde. Trotz der schwächeren globalen Konjunktur entwickle sich der Exportsektor weiterhin stabil.
Besonders stark sei die Entwicklung im April gewesen: Die Exporte stiegen demnach um 22,5 Prozent. Auch im Mai habe sich die Dynamik trotz der reduzierten Arbeitstage durch das Opferfest fortgesetzt.
Der Minister verwies zudem auf die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen, darunter Konflikte im Nahen Osten, die zeitweise Produktion und Handel beeinträchtigt hätten. Dennoch habe sich die Exportleistung bereits im April deutlich erholt.
Für Mai hob Bolat hervor, dass aufgrund des neuntägigen Opferfestes nur rund 14 Arbeitstage zur Verfügung gestanden hätten. Trotzdem habe sich die Exportaktivität auf einem guten Niveau gehalten.
Außenhandel im Überblick
Im April beliefen sich die türkischen Exporte auf 25,4 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 22,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe stiegen gleichzeitig um 3,1 Prozent auf 33,9 Milliarden Dollar. Dadurch sank das Außenhandelsdefizit um 29,8 Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar.
Im Zeitraum Januar bis April erhöhten sich die Exporte um 3 Prozent auf 88,6 Milliarden Dollar, während das Handelsdefizit um 7,4 Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar stieg.
Auf 12-Monats-Basis erreichten die Exporte der Türkei im April ein Volumen von 275,8 Milliarden Dollar.