Die Türkei hat ihre Inflationsrate innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Wie Handelsminister Ömer Bolat mitteilte, sank sie von über 75 Prozent im Vorjahr auf zuletzt 31,75 Prozent. Trotz regionaler Konflikte und eines schwierigen globalen Umfelds setzte sich der Abwärtstrend fort.
Laut offiziellen Daten fiel die jährliche Verbraucherinflation von 32,11 Prozent im Juni auf 31,75 Prozent im Juli. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 1,78 Prozent.
Auch beim Außenhandel vermeldete Bolat Rekordzahlen. Die Waren- und Dienstleistungsexporte erreichten per Ende Juli auf Jahresbasis 401,1 Milliarden US-Dollar. Davon entfielen 278,6 Milliarden Dollar auf den Warenexport, was einen historischen Höchstwert darstellt, sowie geschätzte 122,6 Milliarden Dollar auf Dienstleistungen.
Zur Stützung der Wirtschaft weitet die Regierung ihre Finanzierungsinstrumente deutlich aus. So wurde das Volumen zentralbankgestützter Investitionskredite von 500 auf 750 Milliarden Lira angehoben. Zusätzlich stellte die Regierung 250 Milliarden Lira an Betriebsmittelkrediten für Industrieunternehmen bereit.
Exporteure profitieren zudem von Rediskontkrediten der Zentralbank, Finanzierungen über die staatliche Türk Eximbank sowie von direkten staatlichen Zuschüssen in Höhe von 45 Milliarden Lira für den Waren- und Dienstleistungsexport in diesem Jahr.
Für die Provinz Bilecik kündigte Bolat weitere 100 Millionen Lira an Krediten für Gewerbetreibende über den Kreditbürgschaftsverband TESKOMB an. In der Region wurden 2025 bereits 471 Millionen Lira an zinsvergünstigten Darlehen mit 50-prozentiger Zinssubvention in Anspruch genommen, in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres kamen weitere 278 Millionen Lira hinzu.