Istanbul – Die Energiewende in der Türkei gewinnt deutlich an Tempo. Im Jahr 2025 stammten laut dem Bericht „Türkiye Energy Transition Outlook 2025“ des SHURA Energy Transition Center ganze 99 Prozent der neu installierten Stromkapazität aus erneuerbaren Quellen.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 7 Gigawatt neue Leistung ans Netz gebracht – davon 4,9 Gigawatt aus Solarenergie und 1,9 Gigawatt aus Windkraft. Die gesamte installierte Stromkapazität des Landes erreichte damit 122,5 Gigawatt, wobei erneuerbare Energien inzwischen einen Anteil von 62 Prozent ausmachen.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Ausbau von Solar- und Windenergie: Die installierte Leistung in diesen Bereichen stieg auf insgesamt 40 Gigawatt. Bis 2035 soll diese Kapazität verdreifacht werden. Dafür wären jährlich rund 8 Gigawatt an neuen Anlagen notwendig.
Der Bericht hebt hervor, dass die Türkei bei der Transformation ihres Energiesystems durch den Ausbau erneuerbarer Energien und politische Maßnahmen deutliche Fortschritte erzielt hat. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten YEKA-Projekte, die gezielt große Flächen für erneuerbare Energie erschließen.
Gleichzeitig stehen neue Herausforderungen im Fokus. Als nächste Phase der Energiewende gilt die Integration der erneuerbaren Energien ins Stromsystem. Dazu zählen der Ausbau der Netzinfrastruktur, die Entwicklung von Energiespeichern, eine stärkere Beteiligung der Verbraucher sowie Reformen im Strommarkt.
Zudem betont der Bericht die Bedeutung der Elektrifizierung und einer stärker wertschöpfenden Industrie. Zukunftstechnologien wie grüner Wasserstoff und Batteriespeicher gelten dabei als entscheidend.
Auch wirtschaftlich zeigen sich Effekte: Die Energieimporte der Türkei sanken im vergangenen Jahr um 5 Prozent auf 62,5 Milliarden US-Dollar. Das energiebedingte Außenhandelsdefizit verringerte sich um 4 Prozent auf 47 Milliarden US-Dollar – vor allem aufgrund internationaler Preisentwicklungen.