Die griechische Regierung treibt den Ausbau ihrer Grenzsicherung voran: Entlang der gesamten Landgrenze zur Türkei soll ein durchgehender Metallzaun entstehen. Bei einem Besuch in der Region Evros kündigte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis an, die bestehenden Barrieren bis zum Grenzfluss Meriç (Evros) auszuweiten.
Mitsotakis bezeichnete die Maßnahme als „strategische Wahl”, um das Land dauerhaft vor Bedrohungen zu schützen. „Der Zaun wird ganz Evros abdecken, damit wir dauerhaft gegen jede Bedrohung gesichert sind”, sagte der Regierungschef. Zudem sollen zusätzliche Grenzschützer und Überwachungskameras in der Region stationiert werden. Einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung nannte er jedoch nicht.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund der Migrationsbewegungen der vergangenen Jahre. Im Jahr 2020 hatte die Region internationale Schlagzeilen gemacht, als Tausende Migranten versuchten, von der Türkei aus über die Landgrenze nach Griechenland zu gelangen. Mitsotakis erinnerte an diese Ereignisse und sprach von einer „hybriden Bedrohung”, der man sich entgegengestellt habe. Sollte die EU keine Mittel bereitstellen, werde man den Ausbau selbst finanzieren, so der Premierminister.
Aktuellen Daten der Vereinten Nationen zufolge gelangten in diesem Jahr von insgesamt 3.090 Menschen, die illegal nach Griechenland einreisten, etwa 1.100 über die Grenze am Evros. Im gesamten Vorjahr waren es rund 7.000 von insgesamt 41.700 Migranten.
Während Athen die Maßnahmen mit dem Schutz der EU-Außengrenzen begründet, gibt es anhaltende Kritik von Menschenrechtsorganisationen und der türkischen Regierung. Ankara wirft Griechenland wiederholt illegale Zurückweisungen von Schutzsuchenden vor, was einen Verstoß gegen internationales Recht darstellt und besonders schutzbedürftige Personen gefährdet.
Ungeachtet der Sicherungsmaßnahmen versuchen jährlich hunderttausende Migranten, die gefährliche Ägäis-Route nach Westeuropa zu nehmen. Dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken, wenn überladene oder seeuntüchtige Boote kentern.