Die Türkei erwartet in den kommenden Jahren umfangreiche Investitionen in ihre Goldminenindustrie. Laut dem Goldminen-Verband (AMD) sollen zwei bis drei Milliarden US-Dollar in neue Projekte fließen.
Wie AMD-Präsident Hasan Yücel bei einer Pressekonferenz in Ankara mitteilte, sollen die Erkundungs- und Förderaktivitäten in mehreren Regionen beschleunigt werden. Er nannte konkret die Provinzen Çanakkale, Balıkesir, Erzincan, Artvin, Eskişehir und Kırşehir.
Yücel wies jedoch auch auf Hindernisse hin. Vor allem in Ostanatolien würden Sicherheitsbedenken umfangreiche Explorationsarbeiten bisher behindern. Sobald dort Stabilität gewährleistet sei, könne das erhebliche ungenutzte Potenzial der Region erschlossen werden.
In seiner Argumentation stellte Yücel den türkischen Bergbau in einen globalen Zusammenhang. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und der geplanten Energiewende steige der Bedarf an mineralischen Rohstoffen weltweit stark an. „Grüne Energie wird noch mehr Mineralien erfordern“, sagte Yücel. Die Türkei gehöre mit 80 bis 90 verschiedenen mineralischen Vorkommen zu den vielseitigsten Ländern.
Der AMD-Chef warnte davor, Zeit mit grundsätzlichen Debatten über den Bergbau zu verlieren. Mit moderner Technologie könne dieser ohne Unfälle und Umweltschäden betrieben werden. „Umweltverträglicher Bergbau ist möglich“, betonte Yücel und forderte die Regierung auf, entsprechende Investitionen gezielt zu fördern. Seiner Prognose zufolge muss die weltweite Mineralienproduktion bis zur Mitte des Jahrhunderts von derzeit 60 auf etwa 100 Milliarden Tonnen steigen, um den Bedarf zu decken.