Gold als Verlierer: Iran-Konflikt lässt türkische Edelmetall-Fonds abstürzen

31.03.2026 – 6:30 Uhr

Der militärische Konflikt mit dem Iran hat tiefe Spuren auf den türkischen Finanzmärkten hinterlassen. Anleger, die auf die Sicherheit von Edelmetallen gesetzt hatten, erlitten in den vergangenen Wochen empfindliche Verluste. Wie Branchendaten zeigen, verzeichneten Edelmetallfonds die größten Rückgänge aller Anlagekategorien.

Laut der türkischen Plattform für elektronische Fondsinformationen (TEFAS) brachen die Edelmetallfonds innerhalb eines Monats um 11,2 Prozent ein. Auch Aktienfonds gaben deutlich nach und verloren 5,3 Prozent. Als einzige Kategorie im Plus blieben Geldmarktfonds, die trotz erheblicher Mittelabflüsse ein Plus von 2,8 Prozent verbuchten.

Der Konflikt, der Ende Februar eskalierte, setzte nicht nur als riskant geltende Anlageklassen unter Druck, sondern erschütterte auch klassische „sichere Häfen“. Der Goldpreis, der in unsicheren Zeiten üblicherweise als Stabilitätsanker dient, geriet durch steigende Ölpreise und einen stärkeren US-Dollar massiv unter Verkaufsdruck. Kurz vor Ausbruch der Kampfhandlungen am 28. Februar notierte das Edelmetall noch bei 5 263 Dollar pro Unze; im Verlauf des März fiel es zeitweise auf 4 099 Dollar – ein Minus von 22 Prozent. Zwar erholte sich der Preis zuletzt wieder auf etwa 4.500 Dollar, doch die durch die hohen Energiepreise befeuerte Inflationssorge sorgt weiterhin für starke Schwankungen.

Die jüngsten TEFAS-Daten spiegelten diese Volatilität wider: Während Edelmetallfonds hohe Verluste auswiesen, verzeichneten Geldmarktfonds trotz ihrer positiven Wertentwicklung massive Abflüsse. Allein im März verließen mehr als 300 Milliarden Türkische Lira diese Fonds, sodass ihr Gesamtvolumen auf 1,3 Billionen Lira schrumpfte.

Altan Aydın, Fondsmanager bei Perform Portföy, führte die Abflüsse aus den Geldmarktfonds auf eine gestiegene Nachfrage nach Devisen und an den Dollar gekoppelten Rohstoffen zurück.