Geldanlage mit Comeback: Türkische Lira-Einlagen locken mit höchsten Zinsen seit sieben Monaten

28.04.2026 – 7:00 Uhr

Türkische Sparer können derzeit die höchsten Zinserträge seit sieben Monaten auf ihre Einlagen erzielen. Wie aus aktuellen Daten der Zentralbank hervorgeht, kletterte die durchschnittliche Verzinsung für Lira-Einlagen mit einer Laufzeit von ein bis drei Monaten auf 40,6 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit Mitte 2025.

Als wesentlicher Treiber dieser Entwicklung gelten die globalen Inflationsschübe infolge des Krieges im Iran. Doch nicht nur Sparer profitieren von der veränderten Zinslandschaft – die Kehrseite zeigt sich bei den Kreditkonditionen. Auch dort ziehen die Sätze merklich an: Verbraucherdarlehen erreichten mit 50,1 Prozent den höchsten jemals registrierten Wert, wie die Zentralbank mitteilte. Gewerbliche Kredite notierten bei 40,9 Prozent.

Die Daten wurden von Anfang 2025 bis zum 10. April 2026 erhoben und belegen eine wechselhafte Entwicklung, die zuletzt wieder in den Spitzenbereich führte. Volkswirte verweisen darauf, dass die Leitzinsentscheidungen der Notenbank und der weitere Inflationspfad auch in den kommenden Monaten die maßgeblichen Stellgrößen bleiben werden. Zudem betonen Beobachter, dass Termineinlagen angesichts der anhaltend hohen Finanzierungskosten durch geldpolitische und liquiditätsseitige Rahmenbedingungen an relativer Attraktivität gewinnen.

Diese Sonderstellung untermauert auch das Statistikamt TÜİK: Im März 2026, als die Eskalation im Iran die Finanzmärkte besonders belastete, erzielten Lira-Einlagen unter allen Anlageklassen die höchste Rendite. Real, also nach Abzug der Inflation, verbuchten Sparer einen monatlichen Wertzuwachs von 1,08 Prozent – es war das einzige Investment, das in diesem Zeitraum überhaupt einen positiven Ertrag abwarf.