Die Türkei hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem der weltweit führenden Länder im Gewächshausanbau entwickelt. Laut aktuellen Regierungsangaben belegt das Land weltweit Platz vier und in Europa den zweiten Rang hinter Spanien. Dies teilte das Ministerium für Land- und Forstwirtschaft mit.
Demnach sind die Gewächshausflächen zwischen 2002 und 2024 um 45 Prozent gewachsen und umfassen mittlerweile rund 77.600 Hektar. Die Schwerpunktregionen sind die Mittelmeer-, Ägäis- und Marmararegion. Allein die Provinz Antalya verfügt über mehr als 31.600 Hektar unter Glas und Folie. Zusammen mit den Provinzen Mersin, Adana, Muğla und İzmir werden dort 90 Prozent der türkischen Gewächshausproduktion erzielt.
In diesen Anlagen werden jährlich etwa neun Millionen Tonnen Obst und Gemüse produziert, davon acht Millionen Tonnen Gemüse und eine Million Tonnen Obst. An der Spitze steht die Tomate mit 4,1 Millionen Tonnen, gefolgt von Gurken, Paprika, Wassermelonen und Auberginen. Unter den Früchten wird am häufigsten Banane angebaut, danach folgen Erdbeeren, Weintrauben, Aprikosen, Pflaumen und Pfirsiche.
Der Gewächshaussektor ist besonders bedeutend für den Export: 85 Prozent der türkischen Ausfuhren von Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen und Zucchini stammen aus geschütztem Anbau. Die Branche gewinnt damit zunehmend strategische Bedeutung für die nationale Wirtschaft.