Gäste bleiben im Schnitt 10,7 Tage in der Türkei – doppelt so lange wie in Spanien

12.06.2026 – 9:00 Uhr

Die Türkei hat ihre europäischen Konkurrenten bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer internationaler Touristen deutlich überholt. Wie aus dem neuen Tourismusbericht 2025 der Beratungsgesellschaft KPMG Türkiye hervorgeht, verbrachten Gäste im vergangenen Jahr im Durchschnitt 10,7 Tage im Land. Damit liegt die Türkei weit vor klassischen Urlaubszielen wie Spanien (5,3 Tage), Griechenland (6,8 Tage), Frankreich (7,2 Tage) oder Italien (7,8 Tage).

Insgesamt empfing die Türkei 2024 dem Bericht zufolge 52,8 Millionen Besucher und erwirtschaftete Einnahmen in Höhe von 64,4 Milliarden US-Dollar. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Gast stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent auf 1.008 US-Dollar, die Pro-Kopf-Ausgaben pro Übernachtung erreichten 100 US-Dollar. Die Branche sieht dennoch erhebliches Steigerungspotenzial: Davut Günaydın, stellvertretender Vorsitzender des türkischen Reiseveranstalterverbands TÜRSAB, erklärte, die aktuellen Besucherzahlen seien für den Sektor nicht mehr ausreichend. Das Ziel sei, den Tourismus auf alle zwölf Monate auszudehnen und mittelfristig die Marke von 100 Millionen Gästen zu überschreiten.

Laut KPMG hat der internationale Tourismus im Jahr 2025 erstmals die Schwelle von 1,5 Milliarden Reisenden überschritten. Die globalen Einnahmen stiegen dabei um sechs Prozent auf ein Gesamtvolumen von 1,8 Billionen US-Dollar. Europa blieb mit rund 793 Millionen Ankünften die größte Zielregion. Die Türkei belegte im weltweiten Ranking der meistbesuchten Länder Rang sechs.

Der Bericht attestiert dem Land eine strategische Transformation: Durch die Kombination des klassischen Badetourismus mit Gesundheits-, Gastronomie- und Kulturreisen habe sich die Türkei positiv vom Wettbewerb abgehoben. Allerdings trüben geopolitische Risiken den Ausblick. Ruhican Özen, Strategiechef und Leiter des Bereichs Tourismus bei KPMG, warnte, das Jahr 2026 werde von wachsender makropolitischer Unsicherheit und eskalierenden Regionalkonflikten geprägt sein. Die Stornierungsquoten im Buchungsgeschäft könnten demnach bis zu 30 Prozent erreichen.