Flughafen Antalya verliert Passagiere: Fraport-Gewinn bricht um fast 29 Prozent ein

06.11.2026 – 7:00 Uhr

Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Rückgang des Passagieraufkommens am Flughafen Antalya verzeichnet. Von Januar bis September wurden dort rund 30,2 Millionen Reisende abgefertigt – 3,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch der Nettogewinn des Fraport-Konzerns ging deutlich zurück.

Dabei haben die beiden Entwicklungen unterschiedliche Ursachen: Während in Antalya vor allem die schwächere Nachfrage im Tourismusgeschäft eine Rolle spielte, belasteten konzernweit insbesondere höhere Finanzierungs- und Abschreibungskosten nach umfangreichen Investitionen das Ergebnis.

Flughafen Antalya zählt 3,2 Prozent weniger Passagiere

Im dritten Quartal, das die Sommermonate Juli bis September umfasst, nutzten rund 16,5 Millionen Passagiere den Flughafen Antalya. Das waren 1,2 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit fiel der Rückgang im Sommer geringer aus als in den ersten neun Monaten insgesamt. Die schwächere Entwicklung zu Jahresbeginn konnte dadurch jedoch nicht ausgeglichen werden.

Als einen Belastungsfaktor für Antalya nannte das Fraport-Management die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die geografische Nähe der türkischen Urlaubsregion zu den Konfliktgebieten habe sich auf die Reisenachfrage ausgewirkt. TAV Havalimanları hatte bei einer Finanzbewertung im Oktober zudem auf die Wettbewerbsfähigkeit türkischer Urlaubsregionen hingewiesen. Insbesondere die Preise für Hotels und Pauschalreisen seien im Vergleich zu konkurrierenden Reisezielen ein wichtiger Faktor.

Die Entwicklung in Antalya unterschied sich deutlich vom Gesamtbild des Fraport-Konzerns. An den internationalen Flughäfen, an denen das Unternehmen beteiligt ist oder die es betreibt, stieg das Passagieraufkommen in den ersten neun Monaten um 1,7 Prozent auf rund 146 Millionen. Besonders stark legten die Flughäfen in Griechenland zu, wo das Plus 5,1 Prozent betrug. Am Frankfurter Flughafen gab es dagegen einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent.

Zuwächse in Griechenland, Brasilien, Peru und Slowenien trugen dazu bei, dass Fraport insgesamt mehr Passagiere abfertigte – trotz der rückläufigen Zahlen in Antalya.

Fraport-Gewinn sinkt – neue Betriebsperiode in Antalya ab 2027

Der Konzernumsatz von Fraport stieg in den ersten neun Monaten 2026 um 3,8 Prozent auf rund 3,47 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um zwei Prozent auf 1,18 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn fiel hingegen um 28,8 Prozent auf 314,5 Millionen Euro.

Hauptgründe für den Gewinnrückgang waren höhere Abschreibungs- und Finanzierungskosten im Zusammenhang mit großen Flughafeninvestitionen, insbesondere in Frankfurt und Lima, der Hauptstadt Perus. Der Rückgang des Konzerngewinns ist daher nicht unmittelbar auf die schwächeren Passagierzahlen in Antalya zurückzuführen. Während sich das operative Geschäft weiter positiv entwickelte, belasteten die gestiegenen Kosten das Nettoergebnis.

An seiner Prognose für das Gesamtjahr 2026 hielt Fraport dennoch fest. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem EBITDA von bis zu 1,5 Milliarden Euro und einem Nettogewinn zwischen 300 und 400 Millionen Euro.

Für den Flughafen Antalya steht unterdessen ein wichtiger Wechsel bevor: Am 1. Januar 2027 beginnt die neue Betriebskonzession des Gemeinschaftsunternehmens von Fraport und TAV Havalimanları. Sie läuft bis zum 31. Dezember 2051 und umfasst damit eine Laufzeit von 25 Jahren.

Die beiden Partner hatten sich die neuen Betriebsrechte bereits 2021 gesichert. Ein großer Teil der vorgesehenen kapazitätserweiternden Investitionen in Terminals und weitere landseitige Infrastruktur ist inzwischen abgeschlossen. Ob Antalya die zusätzlichen Kapazitäten künftig auslasten kann, wird jedoch auch davon abhängen, wie sich die internationale Reisenachfrage entwickelt. Dabei dürften sowohl die Wettbewerbsfähigkeit der türkischen Urlaubsregionen als auch die geopolitische Lage eine wichtige Rolle spielen.