Fitch: Türkische Banken bleiben bis 2026 unter Profitabilitätsdruck

Bild: Fitch Ratings
25.10.2026 – 6:30 Uhr

Die Ratingagentur Fitch Ratings geht davon aus, dass die Profitabilität türkischer Banken bis einschließlich 2026 unter Druck bleiben wird. In ihrem aktuellen Bericht „Turkish Banks Monitor“ nennt die Agentur als Gründe länger als erwartet hohe Zinssätze für die türkische Lira sowie anhaltenden Inflationsdruck. Eine Besserung der Lage wird erst für 2027 erwartet, da ab Ende 2026 wieder mit Zinssenkungen gerechnet wird.

Laut Fitch hat sich das durchschnittliche Verhältnis von Betriebsgewinn zu risikogewichteten Aktiva bei türkischen Banken im zweiten Quartal 2026 weiter verschlechtert. Hauptursachen sind laut der Agentur eine Margenkompression infolge höherer Finanzierungskosten nach dem Ausbruch des Iran-Kriegs, gestiegene Swap-Kosten sowie der anhaltende inflationsbedingte Druck auf die Betriebsausgaben.

Bei den im Bericht erfassten Instituten sank die Kennzahl zum Ende des zweiten Quartals auf 2,6 Prozent, nachdem sie zum Ende des ersten Quartals noch bei 3,9 Prozent gelegen hatte. Der sektorweite Durchschnitt verringerte sich im gleichen Zeitraum von 4,6 auf 3,3 Prozent.

Die durchschnittliche Quote notleidender Kredite (NPL) stieg laut der Agentur zum Ende des zweiten Quartals auf 3,5 Prozent, nach 3,3 Prozent drei Monate zuvor.

Wie Fitch weiter mitteilte, sank der Anteil der Fremdwährungseinlagen bei den erfassten Banken zum Ende des zweiten Quartals auf rund 35,3 Prozent, nach 38,1 Prozent zum Ende des ersten Quartals. Die Fremdwährungs-Großhandelsfinanzierung blieb mit etwa 20 Prozent der Gesamtfinanzierung stabil.

Für den Rest des Jahres erwartet Fitch, dass türkische Banken Emissionen von Auslandsschulden weiterhin nur opportunistisch nutzen werden.