Die türkische Wirtschaft hat zu Jahresbeginn ihren Wachstumskurs fortgesetzt und damit eine bemerkenswerte Serie verteidigt. Wie das Statistikamt TÜIK am Dienstag mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent. Damit expandiert die Volkswirtschaft bereits seit 23 Quartalen in Folge.
Finanzminister Mehmet Şimşek betonte die Widerstandsfähigkeit des Landes. „Unsere Wirtschaft hat ihr Wachstum trotz multipler Schocks nun seit 23 Quartalen ununterbrochen fortgesetzt“, erklärte Şimşek. Das annualisierte Nationaleinkommen habe die Marke von 1,6 Billionen US-Dollar überschritten.
Das Wachstum wurde im ersten Vierteljahr vor allem von der Inlandsnachfrage und einem starken Dienstleistungssektor getragen. Die privaten Konsumausgaben legten um 4,8 Prozent zu, die staatlichen Konsumausgaben stiegen um 2,1 Prozent. Die Bruttoanlageinvestitionen erhöhten sich um 3,0 Prozent.
Digital-Boom und Bau stützen – Industrie schrumpft
Ein detaillierter Blick auf die einzelnen Branchen offenbart ein gespaltenes Bild: Den kräftigsten Zuwachs verzeichnete der Sektor Information und Kommunikation mit einem Plus von 9,5 Prozent. Auch die Landwirtschaft (plus 4,6 Prozent), der Bereich Handel, Verkehr und Gastronomie (plus 3,7 Prozent) sowie das Baugewerbe (plus 3,2 Prozent) entwickelten sich robust. Dagegen schrumpfte die Industrieproduktion um 0,8 Prozent.
Außenhandel dämpft Dynamik
Eine deutliche Bremsspur hinterließ der Außenhandel. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen brachen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 12,7 Prozent ein, während die Importe nur um 2,0 Prozent sanken. Bereinigt um Saison- und Kalendereffekte legte das BIP gegenüber dem Vorquartal nur minimal um 0,1 Prozent zu.
Aufgrund der hohen Inflation kletterte das BIP in lokaler Währung nominell stark: In aktuellen Preisen erreichte es 16,99 Billionen Lira, was einem Anstieg von 35,7 Prozent entspricht. Umgerechnet entsprach das Wirtschaftsvolumen im Quartal knapp 389,6 Milliarden US-Dollar.
Lohnquote stabil
Die Arbeitnehmerentgelte stiegen im Jahresvergleich nominal um 35,9 Prozent, während der Nettobetriebsüberschuss und die Selbstständigeninkommen um 34,4 Prozent stiegen. Die Lohnquote, also der Anteil der Arbeitnehmerentgelte an der Bruttowertschöpfung, blieb mit 42,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert.
Şimşek bekräftigte den wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung: „Wir werden unsere Politik weiter umsetzen, um die makroökonomische Stabilität und unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken. Unser Ziel ist ein nachhaltig hohes Wachstum durch hochwertige Produktion und Exporte, um den Wohlstand unserer Bürgerinnen und Bürger dauerhaft zu erhöhen.“