Finanzminister Şimşek: Türkische Inflation soll 2026 unter 20 Prozent fallen

10.01.2026 – 13:00 Uhr

Ankara – Die Inflation in der Türkei wird nach Einschätzung von Finanzminister Mehmet Şimşek weiterhin sinken. Das Hauptziel der Regierung sei, die Inflationsrate im Jahr 2026 unter 20 Prozent zu bringen, erklärte Şimşek am Freitag bei einer Veranstaltung des Verbands unabhängiger Industrieller und Geschäftsleute (MÜSİAD) in Istanbul.

„Natürlich war das vergangene Jahr nicht einfach, es war wirklich schwierig“, sagte Şimşek. „Trotz aller Herausforderungen konnten wir Fortschritte erzielen. Ich weiß, dass die Bilanz der Realwirtschaft ein anderes Bild zeigen kann. Letztlich ist aber makrofinanzielle Stabilität eine Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung der Bilanz.“

Er betonte, dass die Türkei die Bedenken über ihre Reserven ausräumen konnte, die breite Reservedeckung gesichert ist, die Fünf-Jahres-CDS gefallen ist und die externen Finanzierungskosten gesunken sind.

Şimşek erklärte, dass die Kosten für Fremdfinanzierungen zurückgingen und die Regierung den Ausstieg aus den Währungsgeschützten Einlagen (KKM) erfolgreich gemanagt habe, was zu einem Anstieg der Nettorreserven um 123 Milliarden US-Dollar ohne Swaps führte. „Dank der Reduzierung von KKM und der Erhöhung der Nettorreserven außerhalb von Swaps konnten wir während des Programmzeitraums eine Verbesserung von 266 Milliarden US-Dollar in der Bilanz unseres Landes erzielen“, sagte er.

Die Inflation sei rückläufig: 2023 lag sie noch bei rund 65 Prozent, 2024 bei 44 Prozent und 2025 bei 31 Prozent. Die Senkung betreffe alle Komponenten, so Şimşek.

  • Die jährliche Dienstleistungsinflation sank von 91 Prozent auf 66 Prozent in 2024 und auf 44 Prozent in 2025.

  • Die Nahrungsmittel-Inflation fiel von 72 Prozent in 2023 auf 44 Prozent in 2024 und auf rund 28 Prozent in 2025.

  • Die Kerninflation bei Waren fiel 2025 auf 27 Prozent und teilweise sogar unter 18 Prozent.

Die türkische Wirtschaft wuchs in den ersten drei Quartalen 2025 um 3,7 Prozent; das Ziel für 2026 liegt bei rund 3,8 Prozent. Şimşek hob hervor, dass die Arbeitslosenquote seit 31 Monaten einstellig geblieben sei, da die Erwerbsbeteiligung niedrig sei.

„Die wichtigste Wachstumsquelle in diesem Zeitraum ist die totale Faktorproduktivität, die über die Hälfte ausmacht. Das ist der entscheidende Faktor, um Inflation zu senken und gleichzeitig zu wachsen“, erklärte der Minister. Außerdem habe sich die Industrieproduktion erholt und die Fertigungsindustrie zeige eine positive Entwicklung.