Finanzminister Şimşek: Türkei hält an Inflationsbekämpfung fest

10.09.2026 – 11:00 Uhr

Finanzminister Mehmet Şimşek kündigt trotz schwieriger globaler und geopolitischer Rahmenbedingungen die Fortsetzung des Wirtschaftsprogramms an. Eine Lockerung der Geldpolitik sei nicht das Ziel.

Die Türkei will ihren wirtschaftspolitischen Kurs fortsetzen und die Inflation weiter zurückführen. Finanz- und Schatzminister Mehmet Şimşek betonte, dass die Regierung trotz schwieriger globaler und geopolitischer Bedingungen an ihrem Programm zur Inflationsbekämpfung festhalten werde.

Şimşek äußerte sich am 9. September bei einem internationalen Medientreffen im Präsidialkomplex in Ankara zum Mittelfristigen Wirtschaftsprogramm (OVP) für die Jahre 2027 bis 2029. An dem Treffen nahmen auch Vizepräsident Cevdet Yılmaz und İbrahim Şenel, Leiter der Strategie- und Haushaltsabteilung der Präsidentschaft, teil.

„Wir werden Kurs halten“

Kritik könne man allenfalls dafür akzeptieren, dass die Ziele des Programms zu ehrgeizig seien, sagte Şimşek. „Wir werden den Kurs halten und liefern. Entscheidend ist die Richtung, in die wir uns bewegen.“

Der Minister erklärte zudem, dass eine Rückkehr zu einem frei schwankenden Wechselkurs grundsätzlich wünschenswert sei. Ein flexibler Wechselkurs könne als Puffer gegen wirtschaftliche Schocks dienen. Dafür müssten jedoch zunächst die Inflation sinken, die Inflationserwartungen sich stabilisieren und Devisenströme in beide Richtungen wieder stärker ausgeprägt sein.

Spekulationen über eine unmittelbar bevorstehende Änderung des Wechselkurssystems wies Şimşek zurück. Es gehe nicht darum, eine Rückkehr zum freien Wechselkurs zu fürchten, sondern darum, zunächst die notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Kein höheres Inflationsziel für lockerere Geldpolitik

Auch Berichte, wonach das Inflationsziel für 2027 nach oben korrigiert worden sei, um eine lockerere Geldpolitik zu ermöglichen, wies Şimşek zurück.

Die Vorstellung, dass das Inflationsziel für 2027 aus diesem Grund angehoben worden sei, sei in der Regierung „nie auf der Tagesordnung“ gewesen, sagte der Minister.

Rückkehr zum Vorkrisenniveau bis Ende 2027

Şimşek zufolge begann das türkische Programm zur Inflationsbekämpfung Mitte 2024 deutlich an Fahrt aufzunehmen. Internationale Erfahrungen zeigten, dass es im Durchschnitt rund 3,4 Jahre dauere, bis die Inflation nach einem Schock wieder auf das vorherige Niveau zurückkehre.

Ausgehend von diesem Zeitraum rechnet Şimşek damit, dass die Türkei bis Ende 2027 wieder das Inflationsniveau vor dem jüngsten Schock erreichen könnte. „2025, 2026 und dann im Wesentlichen Ende 2027 – ich denke, dann werden wir wieder das Vorkrisenniveau erreicht haben“, sagte er.