Finanzminister Şimşek sagt Liquiditätshilfen für türkischen Finanzmarkt zu

Archivbild: DHA
28.09.2026 – 13:00 Uhr

Finanzminister Mehmet Şimşek hat angesichts der laufenden Untersuchung im türkischen Fondsmarkt weitere Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität angekündigt. Die Regierung werde weiterhin Schritte unternehmen, um den Liquiditätsbedarf des Marktes zu decken und die Stabilität des Finanzsystems sowie der Realwirtschaft zu schützen, erklärte Şimşek am 28. September.

Ermittlungen gegen Marktakteure laufen weiter

Şimşek erklärte in den sozialen Medien, dass die rechtlichen Verfahren gegen Personen und Unternehmen, die an marktstörenden Transaktionen beteiligt gewesen sein sollen, fortgesetzt würden. Gegen Personen und Unternehmen ohne Verbindung zu den untersuchten Aktivitäten würden hingegen keine Maßnahmen ergriffen.

Der Schutz von Investitionen, Beschäftigung, Produktion und Exportkapazitäten habe Priorität, so der Minister. Sein Ressort arbeite gemeinsam mit dem Justizministerium daran, die rechtmäßigen Ansprüche der Fondsanleger zu schützen.

Am selben Tag wurden sieben weitere Verdächtige im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Destek Yatırım Bankası und Özata Denizcilik festgenommen. Zuvor waren im Rahmen der umfassenderen Untersuchung bereits 45 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden.

131 Fonds werden abgewickelt

Die türkische Kapitalmarktaufsicht SPK hatte am 17. September die Abwicklung von 131 Fonds angeordnet, die von sieben Vermögensverwaltungsgesellschaften verwaltet werden. Nach Angaben der Behörde sind davon insgesamt 455.758 Anleger betroffen.

Die Abwicklungsfrist wurde inzwischen von ursprünglich drei auf maximal sechs Monate verlängert. Die SPK betonte jedoch, dass die Abwicklung auch früher abgeschlossen werden könne, wenn es die Marktbedingungen zulassen.

Für die betroffenen Fonds wurden zudem die Regeln für die Auszahlung der Anleger konkretisiert. Die SPK erklärte am 28. September, dass am 17. September über die elektronische Fondsplattform TEFAS erteilte Kauf- und Verkaufsaufträge annulliert wurden. Die entsprechenden Anleger sollen ihre Ansprüche im Rahmen der Fondsabwicklung entsprechend ihrem jeweiligen Anteil erhalten.

Die Ermittlungen zu möglichen Verstößen gegen Kapitalmarktregeln und zur Geldwäsche dauern unterdessen an.