Finanzminister Şimşek: Regierung ergreift Maßnahmen gegen Energiepreisschwankungen

09.03.2026 – 13:00 Uhr

ANKARA – Der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek hat die aktive Rolle der Regierung bei der Bewältigung der globalen Energiepreisschwankungen betont. Die wirtschaftlichen Behörden würden die Entwicklungen genau beobachten und die notwendigen Schritte einleiten, erklärte Şimşek am 9. März über X.

„Wir durchleben eine Phase hoher globaler Unsicherheiten und starker Schwankungen bei den Energiepreisen… Als wirtschaftliche Leitung beobachten wir die Entwicklungen genau und ergreifen die erforderlichen Maßnahmen“, schrieb Şimşek.

Er wies darauf hin, dass frühere Erfahrungen zeigen, dass solche Preisschocks nicht von Dauer seien. Auch die Preisentwicklung auf den Terminmärkten für Öl deute darauf hin, dass die derzeitigen Bewegungen vorübergehend sein könnten.

Şimşeks Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Energiepreise weltweit für Volkswirtschaften eine zentrale Sorge darstellen. Am 9. März überschritt der Ölpreis die Marke von 115 US-Dollar pro Barrel, ausgelöst durch eine Eskalation des Konflikts im Iran, die Produktion und Transport im Nahen Osten bedroht. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl, der internationale Standard, stieg auf 115,31 US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von 92,69 US-Dollar am 6. März.

Die Türkei ist Nettoimporteur von Rohöl. Berechnungen der Türkischen Zentralbank in einem Bericht vom Juli 2025 zeigen, dass eine Preissteigerung von 10 Prozent bei Rohöl letztlich zu einem Anstieg der Verbraucherpreisinflation um einen Prozentpunkt führt.

Im Februar stiegen die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 2,96 Prozent, was die jährliche Teuerungsrate auf 31,53 Prozent ansteigen ließ. In ihrem im Februar veröffentlichten Inflationsbericht ging die Zentralbank davon aus, dass die Rohölpreise 2026 im Durchschnitt bei 60,9 US-Dollar pro Barrel und 2027 bei 56 US-Dollar pro Barrel liegen würden.

In der Studie vom Juli 2025 berechneten die Forscher der Zentralbank zudem, dass ein durchschnittlicher Preisanstieg von 10 US-Dollar pro Barrel innerhalb der nächsten 12 Monate zu einem Anstieg des Leistungsbilanzdefizits um rund 2,6 Milliarden US-Dollar führt. Außerdem würden die Importe und Exporte von Öl um 5,1 Milliarden beziehungsweise 2,2 Milliarden US-Dollar steigen.