Finanzminister Şimşek: Proaktive Maßnahmen dämpfen Auswirkungen des Kriegs auf türkische Märkte

17.03.2026 – 11:00 Uhr

ISTANBUL – Die türkische Regierung hat laut Finanz- und Schatzminister Mehmet Şimşek die wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Konflikts in der Region erfolgreich eingedämmt.

In einem Interview mit dem privaten Sender Akit TV am 16. März erklärte Şimşek, dass unmittelbar nach Ausbruch des Kriegs der Finanzausschuss für Stabilität zusammengetreten sei, um Szenarioanalysen mit relevanten Institutionen durchzuführen und notwendige Maßnahmen festzulegen. Dank dieser Schritte habe die Türkei den Einfluss auf die heimischen Märkte begrenzen können.

Während Länder ohne direkte regionale Verbindung, wie Indonesien, Südkorea oder Südafrika, Kursverluste von zehn Prozent oder mehr verzeichneten, seien die Verluste an der Borsa Istanbul mit 5,5 Prozent deutlich geringer ausgefallen, so Şimşek.

Gleichzeitig räumte der Minister ein, dass die Unsicherheit durch den Konflikt die Anleiherenditen und Risikoprämien in den Sekundärmärkten erhöht habe. „Der Grund ist klar: Wir sind Teil dieser Region, und Entwicklungen hier können uns nicht unberührt lassen“, erklärte Şimşek.

Er hob die wirtschaftlichen Verflechtungen der Türkei mit der Region hervor: Die Exporte in Länder wie den Iran belaufen sich auf rund 30 Milliarden US-Dollar, die Importe auf etwa 19 Milliarden. Jährlich reisen rund zehn Millionen Touristen aus der Region an, die Einnahmen von knapp 10 Milliarden US-Dollar generieren.

Şimşek warnte, dass die Schließung der Straße von Hormus und Störungen im globalen Energie- und Rohstoffhandel unvermeidlich auch Auswirkungen auf die Türkei hätten. Dennoch betonte er, dass der Schock bisher wirksam gemanagt worden sei. Er nannte Maßnahmen der Zentralbank zur Steuerung von Devisen- und Lira-Liquidität sowie Eingriffe der Kapitalmarktaufsicht zur Eindämmung spekulativer Aktivitäten, darunter ein vorübergehendes Leerverkaufsverbot. Auch die Borsa Istanbul habe zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeführt.

Der Finanzminister unterstrich, dass das wirtschaftliche Programm der Regierung weiterhin das Ziel verfolge, die Inflation dauerhaft zu senken – idealerweise unter 20 Prozent. Zwar könne der aktuelle Ölpreisschock die Deflationsbemühungen vorübergehend bremsen, Şimşek zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das Programm widerstandsfähig bleibe.

„Der Krieg ist nun eine bedeutende Unsicherheitsquelle. Wir stehen einem erheblichen externen Schock gegenüber, der aktuelle Konto-, Inflations-, Wachstums- und Haushaltsauswirkungen haben kann. Ich gehe jedoch davon aus, dass dieser Schock vorübergehend ist“, erklärte Şimşek.

Er fügte hinzu, dass die Inflation auch in diesem Jahr weiter zurückgehen werde, es jedoch noch zu früh sei, um zu sagen, ob das Rückgangslevel das von der Regierung angestrebte Ziel erreicht.