Trotz des steigenden Preisdrucks hat sich der türkische Finanz- und Schatzminister Mehmet Şimşek zu den wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts geäußert und Zuversicht gezeigt. In einem Fernsehinterview mit CNN Türk am Sonntag sagte der Minister, die Teuerungsrate werde weiter sinken.
Zwar sei der Krieg im Nahen Osten ein schwerer externer Schock, betonte Şimşek, doch sei die Türkei gut vorbereitet. „Wir haben das Land gegen Erschütterungen gewappnet. Wir sind in der Lage, die Auswirkungen zu bewältigen – so wie in der Vergangenheit auch.“
Allerdings räumte der Minister ein, dass der Konflikt die Inflation zusätzlich anheize. Ohne diesen externen Schock wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass die Jahresteuerung „etwas unter oder etwas über 20 Prozent“ endet. Unter Berücksichtigung der direkten und indirekten Kriegseffekte sowie der Entwicklung der Ölpreise ergebe sich jedoch ein zusätzlicher Inflationsdruck von mindestens fünf Prozentpunkten.
Die Zentralbank der Türkei erwartet eigenen Angaben zufolge eine Jahresinflation von 26 Prozent. Marktprognosen liegen etwas höher, wie Şimşek einräumte. Für seine Regierung sei jedoch entscheidend, dass der Abwärtstrend bei den Preisen anhalte.
Weder die Geldpolitik noch die fiskalische Ausrichtung hätten sich verschlechtert, stellte der Minister klar. Zudem setze die Regierung weiterhin auf angebotsseitige Maßnahmen, zu denen Sozialwohnungsprojekte und Schritte zur Steigerung des Nahrungsmittelangebots gehören.