Der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek geht davon aus, dass die Inflation in März, April und Mai unter die bisherigen Durchschnittswerte fallen könnte.
In einem Gespräch mit dem privaten Sender NTV am 20. Februar betonte Şimşek, dass die Bekämpfung der Inflation weiterhin oberste Priorität der Regierung habe, und verwies darauf, dass bereits erhebliche Fortschritte in anderen makroökonomischen Bereichen erzielt worden seien.
Er erklärte, dass die relativ hohen Inflationswerte im Januar und Februar vor allem saisonalen Faktoren geschuldet seien, insbesondere den Lebensmitteln, die durch die Dürre des Vorjahres und die diesjährigen Winterbedingungen beeinflusst wurden. „Diese Verlangsamung ist vorübergehend und kann ausgeglichen werden“, sagte Şimşek. Günstige Niederschläge in diesem Jahr unterstützten zudem eine positivere Prognose.
Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 4,84 Prozent im Vergleich zum Vormonat, was die Jahresinflation auf 30,65 Prozent erhöhte.
Şimşek hob außerdem das starke Interesse von Investoren an der Türkei hervor und verwies auf Treffen mit 800 Investoren in London, New York und Hongkong im Januar. „Ich habe ein solch großes Interesse noch nie erlebt“, sagte er.
Zu Spekulationen über das Wirtschaftsprogramm sagte Şimşek, dass Zweifel an dessen Zukunft oder politischer Unterstützung mittlerweile keine Bedeutung mehr hätten.
Er räumte ein, dass das Leistungsbilanzdefizit der Türkei weiterhin eine strukturelle Schwäche sei, betonte jedoch, dass bereits bemerkenswerte Verbesserungen der Außenbilanz begonnen hätten. „Es ist noch zu früh, von einem Überschuss in der Leistungsbilanz zu sprechen, aber wir werden die notwendige strukturelle Transformation erreichen“, sagte der Minister.