Finanzminister Şimşek: Türkische Wirtschaft bleibt trotz globaler Schocks stabil

10.04.2026 – 13:00 Uhr

SAKARYA – Die türkische Wirtschaft zeigt sich nach Einschätzung von Finanz- und Schatzminister Mehmet Şimşek weiterhin widerstandsfähig gegenüber geopolitischen und kriegsbedingten Belastungen. Zwar würden die Auswirkungen der aktuellen Konflikte noch eine Zeit lang anhalten, doch habe die Türkei ihre Stabilität bereits unter Beweis gestellt, so Şimşek.

Auf dem Internationalen Wirtschaftsgipfel in Sakarya erklärte der Minister: „Wir glauben, dass die Türkei widerstandsfähig ist. Wir haben es im letzten Jahr bewiesen, und wir werden es auch in diesem Jahr erneut beweisen.“

Besonders hob Şimşek die vergleichsweise geringe Abhängigkeit der Türkei von der Straße von Hormus hervor. Viele Länder könnten bei einer Eskalation des Konflikts erhebliche Energieprobleme bekommen, während die Türkei aufgrund ihrer Struktur deutlich weniger anfällig sei.

Auch die Gasimporte aus dem Iran, die über Pipelines erfolgen, hätten bislang keine größeren Störungen verursacht. Die Stabilität der türkischen Wirtschaft begründete Şimşek mit einer soliden fiskalpolitischen Ausrichtung und einem im internationalen Vergleich moderaten Haushaltsdefizit.

Das Leistungsbilanzdefizit könne zwar leicht steigen, bleibe jedoch auf einem kontrollierbaren Niveau, betonte er.

Zugleich räumte der Minister ein, dass der Krieg kurzfristig zu einem Anstieg der Risikoprämien geführt habe. Nach der Verkündung einer Waffenruhe sei dieser Effekt jedoch teilweise wieder rückläufig gewesen. Auch kurzfristige Kapitalabflüsse hätten sich inzwischen umgekehrt, während die Devisenreserven wieder gestiegen seien.

Die Wechselkursentwicklung bezeichnete Şimşek als vergleichsweise stabil. Das Vertrauen in das Wirtschaftsprogramm halte die Nachfrage nach Fremdwährungen begrenzt.

Zudem verwies er auf umfangreiche Goldbestände außerhalb des Finanzsystems. Diese sogenannten „unter der Matratze“-Reserven schätzte er auf rund 640 Milliarden US-Dollar. Eine stärkere Einbindung dieses Kapitals könne nach seiner Einschätzung dazu beitragen, künftige Krisen besser zu bewältigen.