Finanzminister Şimşek: Abwärtstrend der Inflation in der Türkei setzt sich fort

24.04.2026 – 13:00 Uhr

Der türkische Finanz- und Wirtschaftsminister Mehmet Şimşek hat Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der straffen Geldpolitik eine klare Absage erteilt. Trotz möglicher kurzfristiger statistischer Schwankungen in den kommenden ein bis zwei Monaten werde der grundsätzliche Abwärtstrend der Inflation nicht gebrochen, so Şimşek am Dienstag auf einer Wirtschaftsveranstaltung.

Şimşek zeichnete den bisherigen Pfad der Teuerung nach. Nach einem Höchststand von 85 Prozent im Oktober 2022 sei die Inflation zum Jahresende 2022 auf 64 Prozent gesunken. Im Jahr 2023 sei sie bei etwa 65 Prozent stabil gehalten worden, bevor 2024 der eigentliche Desinflationsprozess eingesetzt habe. Die Jahresinflation fiel in der Folge auf 44 Prozent und liegt derzeit bei etwa 31 Prozent. „Die Inflation zu senken und diesen Trend beizubehalten, ist eine bedeutende Errungenschaft für die Türkei”, betonte der Minister.

Jüngste wirtschaftliche Entwicklungen könnten laut Şimşek zwar einen temporären Einfluss auf die monatliche Preisstatistik haben, den übergeordneten, nach unten gerichteten Pfad würden diese jedoch nicht ändern. Der Minister nutzte die Gelegenheit, um jene Kräfte, die eine Lockerung der Inflationsbekämpfung fordern, scharf zu mahnen. „Es gibt Ansichten, die besagen: ‚Wir haben die Inflation genug bekämpft, lasst uns hier aufhören.‘ Das ist ein sehr kurzsichtiger Ansatz“, warnte Şimşek.

Der Minister forderte zudem eine grundsätzlichere Einordnung der gegenwärtigen Wirtschaftspolitik. Es sei notwendig, sich ernsthaft die Frage zu stellen, wohin die Teuerung ohne das aktuelle harte Spar- und Zinsprogramm entglitten wäre. Nur durch diese hypothetische Gegenrechnung werde die Notwendigkeit des eingeschlagenen Kurses deutlich.