Die Türkei plant für das Jahr 2027 eine Mondmission, bei der sie als erster Staat ein selbst entwickeltes Hybrid-Raketentriebwerk im tiefen Weltraum einsetzen will. Dies kündigte Industrieminister Mehmet Fatih Kacır am Rande der internationalen Verteidigungs- und Raumfahrtmesse SAHA 2026 in Istanbul an. Mit dieser Mission würde das Land nicht nur in den exklusiven Kreis der Mondnationen aufsteigen, sondern zugleich eine technologische Premiere für sich beanspruchen.
Kacır erklärte, die Türkei beabsichtige, ihre in der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie erzielten Fortschritte gezielt auf andere strategische Technologiefelder zu übertragen. Größte Priorität hätten dabei die Raumfahrttechnologien. Hintergrund ist das rasante Wachstum der globalen Raumfahrtwirtschaft: Das jährliche Volumen hat bereits die Marke von 600 Milliarden Dollar überschritten und dürfte nach Einschätzung des Ministers binnen weniger Jahre die Billionengrenze erreichen.
Die in der Satellitentechnologie aufgebaute Kompetenz soll künftig als Hebel für ambitioniertere Ziele in der Tiefraumforschung dienen. Das zentrale Vorhaben ist das türkische Mondprogramm. Konkret soll eine Raumsonde mit einem nationalen Hybridantrieb den Erdtrabanten erreichen und Technologien für orbitale Transfermanöver erproben. Solche Manöver gelten als Schlüssel für künftige Satellitenmissionen.
Ein weiterer Baustein der nationalen Raumfahrtstrategie ist die Unabhängigkeit beim Zugang zum All. Dazu hat die Türkei laut dem Minister mit dem Bau eines eigenen Weltraumbahnhofs in Somalia begonnen.