Das Handelsdefizit der Türkei ist im Oktober im Jahresvergleich kräftig gestiegen. Wie das Statistische Amt (TÜİK) am Montag mitteilte, erhöhte sich die Lücke zwischen Ein- und Ausfuhren um 27,6 Prozent auf 7,58 Milliarden US-Dollar.
Grund hierfür ist, dass die Importe stärker wuchsen als die Exporte. Die Ausfuhren legten lediglich um zwei Prozent auf 23,94 Milliarden US-Dollar zu. Die Einfuhren stiegen dagegen kräftiger um 7,2 Prozent auf 31,52 Milliarden Dollar.
Damit sank die sogenannte Export-Import-Abdeckungsrate, ein Key Performance Indicator, auf 76 Prozent. Im Vorjahresmonat hatte sie noch bei 79,8 Prozent gelegen.
Defizit auch im Jahresverlauf auf Rekordkurs
In der Bilanz der ersten zehn Monate des Jahres setzt sich dieser Trend fort: Von Januar bis Oktober kletterte das Handelsdefizit um 13,3 Prozent auf 74,68 Milliarden Dollar. Die Ausfuhren wuchsen um 3,9 Prozent auf 224,47 Milliarden Dollar, die Importe jedoch um 6,1 Prozent auf 299,15 Milliarden Dollar. Die Abdeckungsrate fiel auf 75 Prozent.
Deutschland wichtigster Abnehmer, China größter Lieferant
Die fünf wichtigsten Abnehmer für türkische Waren im Oktober waren Deutschland mit Exporten im Wert von zwei Milliarden Dollar, das Vereinigte Königreich (1,42 Mrd. Dollar), die USA (1,41 Mrd. Dollar), der Irak (1,21 Mrd. Dollar) und Italien (1,15 Mrd. Dollar). Diese fünf Länder vereinten 30,1 Prozent der Gesamtexporte auf sich.
Bei den Einfuhren lag China mit Waren im Wert von 3,98 Milliarden Dollar klar an der Spitze. Es folgten Russland, Deutschland, die Schweiz und die USA. Zusammen hatten diese fünf Länder einen Anteil von 43,9 Prozent an den gesamten türkischen Importen.
Energie und Gold treiben Defizit
Ein genauerer Blick auf die Daten zeigt, welchen großen Einfluss Energieeinfuhren und Gold auf die Handelsbilanz haben. Würde man diese Posten herausrechnen, so ergäbe sich für Oktober sogar ein Überschuss von 1,04 Milliarden Dollar. Ohne Berücksichtigung von Energie und nicht-monetärem Gold stiegen die Exporte um 3,8 Prozent auf 22,83 Milliarden Dollar, während die Importe um 5,2 Prozent auf 23,87 Milliarden Dollar stiegen.