Erstmaliger Preisverfall bei E-Autos beflügelt Verkaufszahlen in der EU

15.03.2026 – 16:00 Uhr

Erstmals seit 2020 sind die Preise für Elektroautos in Europa gesunken – und das beflügelt offenbar die Verkaufszahlen. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Interessenvertretung Transport & Environment (T&E) hervorgeht, fiel der Durchschnittspreis für ein Elektroauto im Jahr 2024 um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das entspricht einer Ersparnis von rund 1.800 Euro, sodass der durchschnittliche Neupreis bei 42.700 Euro lag.

Laut dem Bericht stieg der Marktanteil von Elektrofahrzeugen an den Neuzulassungen in der EU und Norwegen im selben Zeitraum auf 19 Prozent – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den etwa 14 Prozent aus dem Vorjahr. Als Hauptgrund für den Preisrückgang nennen die Autoren die Einführung neuer, erschwinglicherer Kleinwagenmodelle.

Diese Entwicklung kommt zu einem politisch brisanten Zeitpunkt: In der kommenden Woche wollen die EU-Umweltminister über Vorschläge beraten, das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 abzuschwächen. Die angeschlagene europäische Autoindustrie hatte die bestehenden Klimavorgaben zuletzt wiederholt als unerreichbar kritisiert und vor drastischen Strafzahlungen gewarnt.

Die Analyse von T&E zeichnet jedoch ein anderes Bild: Demnach haben alle Hersteller die Zwischenziele für die Jahre 2025 bis 2027 bereits erreicht oder liegen auf Kurs. „Auch wenn die Automobilindustrie es nicht gerne zugibt: Die CO₂-Grenzwerte der EU haben es Hunderttausenden Europäern ermöglicht, sich erschwinglichere Elektroautos zu leisten”, so die Organisation.

Die höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu Verbrennungsmotoren galten lange als das größte Verkaufshindernis für Elektroautos. Sollte die EU an ihren aktuellen Klimazielen festhalten, könnte laut T&E bereits bis 2030 eine Preisparität zwischen den Antriebsarten erreicht werden.